Vorträge
Mittwoch, 25. Januar 2006, 18:30–20:00 Susanne Brucksch: „Kooperationsmuster zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen in Japan. Gegenwärtige Entwicklungen in gegenseitigem Bezug aufeinander.“
Unternehmen und Umweltorganisationen sind wichtige Akteure der Umweltpolitik. Vielen wird bekannt sein, daß es im Laufe des wirtschaftlichen Hochwachstums in Japan in den 1960er und 1970er Jahren zu schwerwiegenden Umweltverschmutzungen (kōgai) kam, infolgedessen sich eine breite Umweltbewegung formierte. Seitdem wurden Unternehmen von vielen Umweltorganisationen, die die Interessen der betroffenen Bevölkerung vertraten, als Umweltverschmutzer stigmatisiert.
Auf der anderen Seite lehnte die Mehrheit der japanischen Unternehmen bis in die 1990er Jahre ihre Verantwortung für die verursachten Umwelt- und Gesundheitsschäden ab. Die Folge davon war und ist, daß der wechselseitige Bezug zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen in Japan sich bis in die 1990er Jahre vereinfachend bezeichnet als konfrontatives Verursacher-Geschädigten-Verhältnis darstellte. Seit Mitte der 1990er Jahre sind jedoch eine Aufweichung dieses konfrontativen Verhältnisses und ein allmählicher Anstieg von bilateralen Umweltkooperationen zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen zu beobachten. Während des Vortrags soll nun in einem ersten Überblick auf den Hintergrund, die Faktoren, Voraussetzungen, Inhalte und den Umfang derartiger Umweltkooperationen eingegangen werden.
Der Vortrag richtet sich an ein allgemein an Umweltthemen interessiertes Publikum.
Susanne Brucksch, M.A., studierte Japanologie und Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg, Keiō-Universität und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Im Rahmen eines Forschungsaufenthalts in Japan 2002 zum Thema „Umwelt-NGOs“ und durch die fortwährende Mitarbeit an einem Umweltprojekt des Seminars für Japanologie in Halle entstand die Magisterarbeit zum Thema „Umwelt-NGOs als Adressaten staatlichen Handelns“. Dank eines Forschungsstipendiums des japanischen Kultusministeriums wird die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Umweltpolitik und Kooperationsmuster von NGOs in Japan gegenwärtig an der Senshū-Universität in Tokyo fortgesetzt.










