Vorträge
Donnerstag, 16. Februar 2006, 18:30–20:00 Monika Kraemer: „Über die Anthropomorphisierung des Hundes in Tokyo“
Fifi, mein Kind
Über die Anthropomorphisierung des Hundes in Tokyo
Beobachtungen einer Anthropologin
Japaner sind auf ganz unterschiedliche Weise auf den Hund gekommen. Welcher Tokyo-Besucher kennt nicht Hachikō in Shibuya, dort als Bronzestatue geehrt und überdies im Museum ausgestopft verewigt? Ein Musterbeispiel für Treue und Loyalität bis über den Tod hinaus, auch wenn ein Metzger eventuell nachgeholfen haben mag.
Da ist dank hoch entwickelter Robotertechnik i-dog, der durch ausgefeilte elektronische Ausstattung zufallsgesteuert einen eigenen Charakter und einen eigenen Willen vorzutäuschen vermag. Allerdings wirkt sein stilisiert designter kühler Metallkörper alles andere als „kawaii„.
Und all die Hunde, die einem tagtäglich in Tokyo begegnen: ausgestattet mit Schleifchen, Kleidchen, T-Shirts oder Mäntelchen – sie werden herumgetragen oder herumgefahren und haben Termine bei Friseur und Massage. Denn: „Auch ein Hund ist schließlich nur ein Mensch.“ (Stefan Wittlin).
Zum Jahr des Hundes wird der Vortrag einige Blitzlichter und Deutungsversuche rund um den Hund präsentieren – von frühen Ausgrabungsfunden bis zum Hunde-Onsen.
Monika Kraemer, Dr. phil., Diplom-Volkswirtin, «Erwachsenenbildnerin» (Hochschule für Philosophie, München). Promotionsstudium in Europäischer Ethnologie, Psychologie und Kunstgeschichte. Freie Mitarbeiterin am Institut für Sozialpsychologie der Universität München und Trainerin und Beraterin für Organisations- und Personalentwicklung, Interkulturelle Kommunikation und Qualitätsmanagement. Derzeit Research Fellow der Japan Society for the Promotion of Science zur Expatriates-Forschung in Japan und Lehrbeauftragte für Interkulturelle Kommunikation an der Keio-Universität, Tokyo.











