Vorträge
Mittwoch, 11. Januar 2006, 18:30–20:00 Dr. Goro Christoph Kimura: „Minderheitensprachen und Sprachenrechte in Japan“
Japan wurde – und wird – nicht selten als sprachlich homogenes Land bezeichnet. In letzter Zeit wird jedoch immer mehr von Japan als einer mehrsprachigen Gesellschaft gesprochen. In der Öffentlichkeit diskutiert man vor allem über die Erziehung und Stellung von Englisch als „Weltsprache“. Eine andere Dimension, die Existenz verschiedener Minderheitensprachen, wird dabei leicht übersehen.
In diesem Vortrag geht es um die Minderheitensprachen Japans. Das Themenfeld der Minderheitensprachen reicht von Versuchen zur Wiederbelebung autochthoner Minderheiten- und Regionalsprachen, wie die der Ainu oder der Ryūkyū-Inseln (Okinawa), über Bestrebungen zum Spracherhalt der „Oldcomer“, vor allem der Koreaner oder Chinesen, bis zur sprachlichen Erziehung neuerer Zuwanderer, wie z.B. der Brasilianer.
Anstatt einen vollständigen Überblick über dieses weite Spektrum anzustreben, fokussiert der Vortrag auf den Begriff „Sprachenrechte“, um von diesem Gesichtspunkt aus einige Probleme und Perspektiven der traditionellen und neueren Minderheitensprachen aufzuzeigen. U.a. wird auf die mögliche Schlüsselrolle der Gebärdensprache zur Anerkennung von Sprachenrechten in Japan eingegangen.
Dr. Goro Christoph Kimura ist Dozent an der Sophia-Universität in Tokio. Veröffentlichungen zum Vortragsthema sind u.a.: Gengo ni totte ‚Jin’isei’ towa nanika – gengokōchiku to gengoideorogī [„Welche Rolle spielt „Intentionalität“ bei Sprachhandlungen? – Sprachkonstruierung und Sprachideologien“], Tokyo: Sangensha 2005; Naze nigengokyōiku nanoka – gengoken no kanten kara [„Bilinguale Erziehung als Sprachenrecht von Gehörlosen“], in: Zenkoku rōji o motsu oya no kai (Hrsg.): Rōkyōiku to gengoken, Tokyo: Akashi-shoten 2004; Kotoba e no kenri [„Was sind Sprachenrechte?“] (Mithrsg.), Tokyo: Sangensha 1999.








