OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Samstag, 10. Februar 2018, 16:00-19:30 UhrVorführung des Dokumentarfilms „Asaterasu“

In dem Film Asaterasu. Yorihime Iwatobiraki monogatari von 2017 zeichnet Regisseur Yoshioka Toshirō die kulturgeschichtliche Bedeutung der Hanf-Pflanze (asa) in Japan seit der Jōmon-Zeit (ca. 15.000 bis 300 v. Chr.) nach. Jeder Teil der extrem schnell wachsenden (bis zu 4 m in 4 Monaten), Boden verbessernden und extrem schädlingsresistenten Pflanze wurde genutzt – ob im Handwerk oder Hausbau, für Kleidung oder Küche, für Ritual oder Reitzeug. Die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen, kann man doch so gut wie alles aus Teilen der Hanfpflanze herstellen. Heute sind viele Kulturtechniken im Zusammenhang mit Hanf im Alltag nicht mehr präsent oder drohen aufgrund der strengen Anbau- und Nutzungsvorschriften oder des Mangels an Fachleuten in Vergessenheit zu geraten.

Die 98 Minuten lange Dokumentation ist auf Japanisch und mit englischen Untertiteln versehen. Sie ist Teil 1 einer auf mehrere Teile angelegten Serie, in der sich der Regiseur mit der Bedeutung dieser alten Kulturpflanze befasst. Yorihime sind Frauen, die sich zusammengeschlossen haben, um die alte Kulturtechnik der Fadenherstellung aus Hanf zu erlernen und dann an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Im Japanischen spricht man bei dieser Technik vom „Faden gebären“, wobei das Wort mit dem Zeichen 績む (tsumu: „zusammenfügen, spinnen“) geschrieben, aber umu (gebären) gelesen wird.

Ablauf: Zunächst gibt es eine kurze Einführung in das Thema, dann folgt der Film. Nach einem leichten Imbiss ist Zeit für Diskussion mit dem Regisseur. Die berauschende Wirkung von Hanf bzw. das Für und Wider der privaten Nutzung von Cannabis sind nicht Gegenstand dieses Films.

asa no ha

Beispiel des in Japan sehr bekannten Musters Asanoha, dessen sechseckige Grundform im Buddhismus eine große Bedeutung hat, später aufgrund der Ähnlichkeit mit der Hanfpflanze „Hanf-Blatt-Muster“ genannt wurde. Es wurde auch gerne für Kinderkleidung verwendet, da man sich gutes und rasches Wachstum der Kinder erhoffte.