OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Donnerstag, 22. November 2018, 06:00 - Samstag, 24. November 2018, 22:00 UhrDreitägige Exkursion nach Kumano / Mie

Nach langer Pause wird die OAG wieder eine mehrtägige Exkursion anbieten. Ziel ist in diesem Jahr der östliche Teil der Kii-Halbinsel mit den Präfekturen Mie, Wakayama und u.U. auch Nara, eine bergige Gegend, die eher abseits der üblichen Touristenpfade liegt, die aber 2004 zum Weltkulturerbe ernannt wurde und die fünf verschiedenen Routen des alten Pilgerwegs Kumano kodō umfasst.
Die Reise ist nicht ganz preiswert, aber die Organisatoren denken, dass sie sich dennoch lohnt, weil diese Region sehr viel zu bieten hat: tiefe Wälder, felsige Küsten, spektakuläre Naturphänomene, historisch gewachsenes Zusammenspiel von mehreren Religionen (vor allem Naturverehrung, Shintō und Buddhismus), interessante Sozial- und Kulturgeschichte und nicht zuletzt Kulinarisches.

Bevor die Reiseroute im Detail festgelegt wird, bitten wir potentiell Interessierte, bis zum 19. September Kontakt über den Link mit Frau Roeder aufzunehmen.
Als verbindlicher Anmeldeschluss für die Tour ist der 1. November 2018 vorgesehen.

Leider ist die Tour für gehbehinderte Menschen wegen der unendlich vielen und teilweise äußerst steilen Treppen zu den religiösen Heiligtümern nicht geeignet.

Die Zahl der Teilnehmer ist auf ungefähr 10 Personen begrenzt. Mitglieder werden bei der Anmeldung bevorzugt, Nicht-Mitglieder zahlen einen Aufpreis.

Wann? Donnerstag, den 22. bis Samstag, den 24. November 2018
Freitag, der 23. November ist in Japan ein nationaler Feiertag.
Bei ausreichendem Interesse an einer Tages-Wanderung besteht die
Möglichkeit, die Tour um einen Tag zu verlängern.
Wo? Kumano / östliche Kii-Halbinsel
Wieviel? Bahn von Tokyo nach Ise (Hin- und Rückfahrt: 25.000 Yen)
Hinzu kommen Kosten von ca. 50.000 Yen für den Transport vor Ort, sowie zwei Übernachtungen mit Frühstück und Abendessen.

Organisation: Thomas Gittel, Maike Roeder und Sakamoto Kumiko

Während einer Test-Reise im Juli sind die folgenden Bilder entstanden, die Ihnen helfen sollen, sich einen ersten Überblick darüber zu verschaffen, was diese etwas abgelegene Gegend alles zu bieten hat.

Der Naikū des Ise Jingū (伊勢神宮・内宮)

Das ehrwürdigste Heiligtum Japans – hier wird Amaterasu Ōmikami, die Ahngöttin der japanischen Kaiserfamilie seit etwa 2000 Jahren als Schutzgöttin Japans verehrt.

Ise Jingū Naikū (伊勢神宮・内宮) – Ujibashi (宇治橋)
Ise Jingū Naikū (伊勢神宮・内宮) – Ujibashi (宇治橋)

Die Ujibashi (宇治橋) überspannt den Isuzugawa und teilt den heiligen Bereich von der alltäglichen Welt. Die hölzerne Brücke ist 100 Meter lang und wird alle 20 Jahre als Teil des Shikinen Sengū erneuert.

Ise Jingū Naikū (伊勢神宮・内宮)
Ise Jingū Naikū (伊勢神宮・内宮)
Ise Jingū Naikū (伊勢神宮・内宮) – Kazahinomi-no-miya (風日祈宮)
Ise Jingū Naikū (伊勢神宮・内宮) – Kazahinomi-no-miya (風日祈宮)

Im Kazahinomi-no-miya (風日祈宮) werden die zwei Gottheiten des Windes, die über Wind und Regen herrschen und somit das Getreidewachstum beeinflussen, verehrt. Sie sollen u.a. auch im späten 13. Jahrhundert die Mongolen mit großen Stürmen zurückgeschlagen haben.

Ise Jingū Naikū (伊勢神宮・内宮) – Mishine-no-mikura (御稲御倉)
Ise Jingū Naikū (伊勢神宮・内宮) – Mishine-no-mikura (御稲御倉)

Das Mishine-no-mikura (御稲御倉) gilt als „zusätzlicher Schrein“. Hier wird der den Gottheiten zu opfernde Reis gelagert.

Der Gekū des Ise Jingū (伊勢神宮・外宮)

Der Ise Jingū Gekū (伊勢神宮・外宮) ist Toyouke-no-Ōmikami gewidmet. Diese Gottheit wurde nach der Enthüllung von Amaterasu Ōmikami vor etwa 1500 Jahren hierher beordert. Toyouke-no-Ōmikami gesellt sich zu Amaterasu Ōmikami als Begleiter und Lieferant von heiligem Essen. Er segnet uns mit reichen Ernten und ist die Schutzgottheit des Wohlbefindens, welche uns Kleidung, Essen und Unterkunft gibt.

Ise Jingū Gekū (伊勢神宮・外宮)
Ise Jingū Gekū (伊勢神宮・外宮)
Ise Jingū Gekū (伊勢神宮・外宮) – Tsuchi-no-miya (土宮)
Ise Jingū Gekū (伊勢神宮・外宮) – Tsuchi-no-miya (土宮)

Die im Tsuchi-no-miya (土宮) verehrte Gottheit schützt den Gekū-Bezirk; es heißt, dass diese Gottheit bereits vor der Errichten des Gekū als Schutzgott dieses Bereiches hier untergebracht und verehrt wurde.

Oharaimachi / Okage Yokochō (おはらい町 おかげ横丁)
Diese Straße verbindet die beiden Heiligtümer von Ise und war bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die zum Naikū führende „Hauptstraße“. Danach verlor sie an Bedeutung und wurde erst in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts „wiederbelebt“. Seit 2009 ist die prächtige Straße als Fußgängerzone eingerichtet.

Oharaimachi / Okage Yokochō (おはらい町 おかげ横丁)
Oharaimachi / Okage Yokochō (おはらい町 おかげ横丁)
Oharaimachi / Okage Yokochō (おはらい町 おかげ横丁)
Oharaimachi / Okage Yokochō (おはらい町 おかげ横丁)

Gensaka Sakebrauerei (元坂酒造株式会社)
Gegründet im Jahre 1805, heute in sechster Generation von Arata Gensaka geführt. Die bekannteste Sake-Sorte ist der „Sakaya Hachibei“, der nach dem Firmengründer, Hachibei Gensaka benannt ist.
Den Reis bezieht man zum größten Teil aus der Heimatregion der Brauerei – außerdem verkauft man 60 % seiner Produktion (über 160.000 Liter) in der Präfektur Mie.

Gensaka Sakebrauerei, Yanigahara (元坂酒造株式会社)
Gensaka Sakebrauerei, Yanigahara (元坂酒造株式会社)
Gensaka Sakebrauerei, Yanigahara (元坂酒造株式会社)
Gensaka Sakebrauerei, Yanigahara (元坂酒造株式会社)

Okuise Forestopia Hotel (奥伊勢フォレストピア)
Mitten im Wald gelegenes Hotel mit abwechslungsreichem Freizeitangebot (Radfahren, Angeln, Grillen etc.) und Unterbringung in Räumen im westlichen Stil, in Tatami-Zimmern und in Blockhütten. Das Haus ist besonders stolz auf seine „französische“ Küche, bei der in erster Linie lokale und saisonale Produkte verarbeitet werden. In diesem Hotel ist eine der beiden Übernachtungen geplant.

Okuise Forestopia Hotel (奥伊勢フォレストピア)
Okuise Forestopia Hotel (奥伊勢フォレストピア)

Takihara no miya (瀧原宮)
Dieser wahrlich altertümliche Schrein, dessen Ursprünge im Dunkeln liegen (möglicherweise älter als die obersten Heiligtümer von Ise, zu denen er gehört) ist wahrscheinlich auch der mystischste der ganzen Region. Auch hier wird die Ahngöttin des japanischen Kaiserhauses, Amaterasu Ōmikami, verehrt. Neben dem Hauptschrein gibt es noch drei Nebenschreine:
– Takihara narabi no miya (瀧原竝宮)
– Wakamiya Jinja (若宮神社)
-Nagayuke Jinja (長由介神社) (Kawashima Jinja / 川島神社)
Am eindrucksvollsten ist aber wohl der die weitläufige Schreinanlage umgebende Wald. Uralte Bäume, die sich gegen den Uhrzeigersinn drehend wachsen, unterstreichen den geheimnisvollen Charakter.

Takihara no miya (瀧原宮)
Takihara no miya (瀧原宮)
Takihara no miya (瀧原宮)
Takihara no miya (瀧原宮)

Oni ga jō (Dämonen-Burg) (鬼ヶ城)

Wahrlich „dämonisch“ wirkende, gigantische Tuff-Fels-Wand von 1,2 km Länge, die Wind und Wellen in die bizarrsten Formen verwandelt hat. Dieser Küstenabschnitt ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Oni ga jō (鬼ヶ城)
Oni ga jō (鬼ヶ城)
Oni ga jō (鬼ヶ城)
Oni ga jō (鬼ヶ城)
Oni ga jō (鬼ヶ城)
Oni ga jō (鬼ヶ城)

Shishi Iwa (Löwenfelsen) (獅子岩)

Grandioser, solitärer Felsen von 25 Meter Höhe, der – je nach Blickwinkel – einem sitzenden Löwen, der in die offene See brüllt, ähnelt. Dieser Felsen liegt ebenfallen im dem Künstenabschnitt der Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist.

Shishi Iwa (獅子岩)
Shishi Iwa (獅子岩)

Hana no Iwaya Jinja (花の窟神社)

Dieser aus einer steilen, 45 Meter hohen Felswand bestehende Schrein, gilt als der „Grabstein“ Izanami-no-Mikoto und gilt als der älteste Shintō-Schrein des Landes (kein Wunder, denn Izanami und Izanagi sind noch älter als die Sonnengöttin Amaterasu Ōmikami, die Begründerin des japanischen Kaiserhauses – Amaterasu soll aus dem Auge Izanagis entstanden sein). Ein mystischer Ort – und UNESCO Weltkulturerbe.

Hana no Iwaya Jinja (花の窟神社)
Hana no Iwaya Jinja (花の窟神社)
Hana no Iwaya Jinja (花の窟神社)
Hana no Iwaya Jinja (花の窟神社)
Hana no Iwaya Jinja (花の窟神社)
Hana no Iwaya Jinja (花の窟神社)

Jedes Jahr werden – der Name des Schreins suggeriert dies – zwei Blütenfeste veranstaltet (am 2. Februar mit Kamelien, am 2. Oktober mit Hahnenkamm). Anlässlich dieser Feste wird im Rahmen einer Shintō-Zeremonie ein 170 Meter langes Seil aus Reisstroh, das mit weiteren Seilen kunstvoll verziert ist, zwischen der Spitze des Felsens und einer heiligen Kiefer gespannt.

Hongū Heritage Center (世界遺産熊野本宮間)

Dort wo alle Pilgerwege des Kumano Kodo (熊野古道) zusammentreffen, befindet sich das hochmoderne „Kumano Hongū Heritage Center“, in dem man sich alles Wissenswerte über das UNESCO Weltkulturerbe in den Kii-Bergen anschaulich näherbringen lassen kann. Gleich nebenan befinden sich der Kumano Hongū Taisha / Ōyunohara.

Hongū Heritage Center (世界遺産熊野本宮間)
Hongū Heritage Center (世界遺産熊野本宮間)
Hongū Heritage Center (世界遺産熊野本宮間)
Hongū Heritage Center (世界遺産熊野本宮間)

Kumano Hongū Taisha (熊野本宮大社) / Ōyunohara (大斎原)

Dieser Schrein stand bis zum Jahr 1889 auf einer Sandbank im Kumanogawa und wurde Ōyunohara genannt. Nach einer Flut sind die verbliebenen Gebäude des Schreins an diesem Ort wiederaufgebaut worden; die hier verehrte Gottheit ist Ketsumiko-no-Ōkmai (Susano-no-mikoto), gleichzeitig wird auch Amida Nyorai Buddha hier verehrt.
Das alte Gelände des Ōyunohara wird seit dem Jahr 2000 vom größten Torii der Welt geziert (33,9 Meter hoch, 42 Meter breit).

Im Jahr 2018 feiert man das 2050-jährige Jubiläum des Schreins, der im Jahre 33 v. Chr. gegründet worden sein soll. In Dokumenten taucht er allerdings nicht vor dem 9. nachchristlichen Jahrhundert auf.

Ōyunohara (大斎原)
Ōyunohara (大斎原)
Ōyunohara (大斎原)
Ōyunohara (大斎原)
Kumano Hongū Taisha (熊野本宮大社)
Kumano Hongū Taisha (熊野本宮大社)
Kumano Hongū Taisha (熊野本宮大社)
Kumano Hongū Taisha (熊野本宮大社)

Kumano Nachi Taisha (熊野那智大社) / Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)

Die Ursprünge des Schreins gehen auf die Verehrung des Wasserfalls zurück, der als Gottheit betrachtet wird (Nachi-no-Ōtaki) – mit einer Breite von 13 Metern und einer Fallhöhe von 133 ist er der höchste und berühmteste Wasserfall Japans.

Die Hauptgottheit des Schreins ist Fusumi-no-Ōkami (Izanami-no-mikoto), außerdem wird hier ein Senju Kannon (tausendarmige Kannon) verehrt; auf dem Gebiet des Schreins gibt es Krähen-Steine – man sagt, die dreibeinigen Krähen haben sich hier in Steine verwandelt – außerdem noch einen 800 Jahre alten Kampferbaum.

Kumano Nachi Taisha (熊野那智大社)
Kumano Nachi Taisha (熊野那智大社)
Kumano Nachi Taisha (熊野那智大社)
Kumano Nachi Taisha (熊野那智大社)
Kumano Nachi Taisha (熊野那智大社)
Kumano Nachi Taisha (熊野那智大社)
Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)
Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)
Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)
Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)
Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)
Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)
Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)
Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)
Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)
Nachi-no-Ōtaki (那智大滝)

Kumano Hayatama Taisha (熊野速玉大社)

Dieser Schrein steht an der Mündung des Kumanogawa; auf dem Schreingelände steht ein heiliger, 1000 Jahre alter Nagi-Baum, der als der größte Japans gilt. Die Hauptgottheit ist Hayatama-no-Ōkami (Izanagi-no-mikoto), gleichzeitig wird Yakushi Nyorai Buddha hier verehrt. Seinen Ursprung hat dieser Schrein am Kamikura Jinja, der auf einem Hügel 120 Meter über der Stadt Shingū thront.

Kumano Hayatama Taisha (熊野速玉大社)
Kumano Hayatama Taisha (熊野速玉大社)
Kumano Hayatama Taisha (熊野速玉大社)
Kumano Hayatama Taisha (熊野速玉大社)
Kumano Hayatama Taisha (熊野速玉大社)
Kumano Hayatama Taisha (熊野速玉大社)
Kumano Hayatama Taisha (熊野速玉大社)
Kumano Hayatama Taisha (熊野速玉大社)

Kamikura Jinja (神倉神社) (Shingū)

Dieser Schrein markiert den vielleicht heiligsten Ort in der Kumano-Region, da man sagt, dass es hier war, wo die Gottheiten zuerst in Erscheinung getreten sind. Als Ursprung des Kumano Hayatama Taisha zählt auch der Kamikura Jinja zum UNESCO Weltkulturerbe. Vom Stadtgebiet Shingūs führen 538 Steinstufen hinauf zum Schrein, dessen Heiligtum der gewaltige Fels „Gotobiki Iwa“ (琴引岩) ist. Man sagt, die Gründung des Schreins gehe auf das Jahr 128 n.Chr. zurück, als der legendäre Keikō-Tennō das Land regierte.

Kamikura Jinja (神倉神社)
Kamikura Jinja (神倉神社)
Kamikura Jinja (神倉神社)
Kamikura Jinja (神倉神社)
Kamikura Jinja (神倉神社)
Kamikura Jinja (神倉神社)

Ikura Onsen Hotel Seiryūsō (ホテル清流荘)

In diesem modernen Onsen-Hotel direkt in den Bergen am Kitayamagawa gelegen, ist eine der beiden Übernachtungen der Exkursion geplant.

Ikura Onsen Hotel Seiryūsō (ホテル清流荘)
Ikura Onsen Hotel Seiryūsō (ホテル清流荘)

Maruyama Senmaida (丸山千枚田)

Auf der Westseite des Matsumoto-toge (Bergpass) gelegene Reisterrassenlandschaft am Hang des 736 Meter hohen Shirakurasan (白倉山) mit mehr als 1.300 kleiner und kleinster Reisfelder, die als die schönste ihrer Art in Japan gilt. Wahrscheinlich wurden die Reiseterrassen schon im 16. Jahrhundert angelegt – gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren es fast doppelt so viele wie heute. Die Terrassen werden heute als Kulturerbe erhalten und in einer Kombination aus privaten Sponsoren und öffentlicher Förderung bewirtschaftet.

Maruyama Senmaida (丸山千枚田)
Maruyama Senmaida (丸山千枚田)
Maruyama Senmaida (丸山千枚田)
Maruyama Senmaida (丸山千枚田)
Maruyama Senmaida (丸山千枚田)
Maruyama Senmaida (丸山千枚田)

Weitere Details zur geplanten Reise werden zu gegebener Zeit an dieser Stelle bekanntgegeben.