Mittwoch, 16. Februar 2005, 18:30–20:00 
Olaf Karthaus: „’Japanese Only!’ – Der Otaru Onsen Gerichtsprozeß“

Seit Mitte der 90er Jahre mehren sich die Berichte (in den Massenmedien
als auch in Internet Foren), daß Ausländern der Zutritt zu allgemein
zugänglichen Dienstleistungsanbietern und Händlern verwehrt wurde. 
Dazu zählten zum Beispiel Izakayas, Juweliere, Friseure und Onsen
(heiße Quellen).

Der Referent, Olaf Karthaus, wird im ersten Teil des Vortrages über
persönliche Erfahrungen berichten. Dazu zählen natürlich die
Erfahrung des Abgewiesenwerdens (1998 in Wakkanai und zweimal 1999 in
 Otaru), aber auch die „Gummiwandmentalität“ der Politiker und
Bürokraten; nachgeben, solange Druck ausgeübt wird, nur um wieder in
den alten Zustand zurückzuspringen, wenn der Druck nachläßt.


An konkreten Beispielen wird verdeutlicht, daß es sich um ein
landesweites Problem handelt, und nicht nur Hokkaidō-spezifisch ist.
 Im zweiten Teil wird der juristische Aspekt (der Ana Bortz Fall in
Shizuoka 1999, wie kann man in Japan klagen, welche Kosten sind zu
erwarten, wie ist die Reaktion der Umgebung, warum gibt es in Japan kein
 Gesetz gegen Diskriminierung, was ist der Stellenwert der UN Resolution
zur Abschaffung jedweder Diskriminierung (CERD) in Japan, etc.) behandelt.

Externer Link zur Informationsseite von Arudou Debito über den Otaru 
Onsen Fall: debito.org/otarulawsuit

Arudou Debito Japanese Only
Arudou Debito “Japanese Only”


Olaf Karthaus, Dr. rer. nat. Studium der Chemie an der Universität Mainz. Wintersemester 86/87 DAAD Stipendiat an der Kyoto Universität. Promotion in Mainz 1992, Fachgebiet Polymerchemie. 1992-1993 JSPS Post-doctoral fellow und Feodor-Lynen Stipendiat an der Tōhoku University. 1994-2000 Research Associate an der Hokkaidō University. Seit 2000 Associate Professor am Chitose Institute of Science and Technology, Chitose, Hokkaido. Er ist einer der drei Kläger im „Otaru Onsen Prozeß“ (2000-2004).