Vorträge
Mittwoch, 6. April 2005, 18:30–20:00 OAG-Gesprächskreis: „Schwierige Nachbarn: Japan und China“
Wir freuen uns, Sie am Mittwoch, den 6. April ab 19.30 Uhr zu einem Gesprächskreis zu diesem hochaktuellen Thema einladen zu können. Die beiden Japan- und China-Experten Herr Sven Saaler und Herr Urs Schoettli werden uns eine Einführung in die Problematik geben und ihr Fachwissen mit uns teilen; im Anschluß steht wie immer eine Diskussion auf dem Programm.
Die Mißstimmungen zwischen Japan und China sind nun schon seit einigen Jahren in den Medien allgegenwärtig und das Verhältnis zwischen den beiden Ländern verschlechtert sich zusehens. Nicht nur stößt die militärische Rüstung Chinas in Japan auf Ablehung, sondern die beiden Länder liegen über die von Japan kontrollierten und von China beanspruchten Senkaku-Inseln (chinesisch: Diaoyu-Inseln) in einem Territorialstreit. Ferner gibt es das Problem des Yasukuni-Schreins, das denjenigen, die unseren Vortrag von Herrn Lokowandt zu diesem Thema im Februar hören konnten, gut bekannt ist.
Die Lage auf politischer Ebene steht im starken Gegensatz zu den oft als gut eingeschätzten Beziehungen auf wirtschaftlichem Gebiet, wofür das Schlagwort seirei keinetsu steht. Ohne Zweifel ist China wirtschaftlich auf dem Vormarsch, entwickelt sich zu einer global präsenten Großmacht und nimmt seine ehemalige Stellung als Zentrum der Welt („Reich der Mitte“) wieder in Anspruch, womit Japan seine Vormachtstellung in Asien verlieren könnte. Diese komplexe Problematik wirkt sich auch auf die gegenseitige Perzeption der Bevölkerung aus, wie anhand von Meinungsumfragen ersichtlich ist. Hinzu kommt, daß es in China starke Ressentiments über eine ungerechte Behandlung durch die Geschichte gibt, welche sich vornehmlich auf Japan richten.
Wir werden versuchen diesen und anderen historischen und geopolitischen Ursachen für die angespannten Beziehungen zwischen Japan und China gemeinsam auf dem Grund zu gehen und auf mögliche Lösungsstrategien eingehen.
Über Ihre zahlreiche Teilnahme würden wir uns sehr freuen.
Sven Saaler wurde 1968 in Mainz geboren und ist Associate Professor an der University of Tokyo, Graduate School of Arts and Sciences. Er studierte an den Universitäten Mainz, Köln, Bonn und Kanazawa Geschichte, Politikwissen-schaften und Japanologie und promovierte 1999 mit einer Arbeit über das japanische Militär in der Taishō-Zeit an der Universität Bonn. 2000 bis 2005 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Japanstudien in Tokyo und leitete hier zuletzt die Abteilung Geisteswissenschaften.
Urs Schoettli wurde 1948 in Basel geboren. Philosophiestudium an der Universität Basel. 1978 bis 1982 Generalsekretär der Liberalen Internationalen in London, danach bis 1991 Geschäftsführender Vizepräsident. 1983 bis 1989 Südasienkorrespondent der NZZ in Delhi. 1990 bis 1995 Iberien-Repräsentant der deutschen Friedrich-Naumann-Stiftung, erst in Madrid und danach in Sintra, Portugal. Von 1993 bis 1995 ehrenamtlicher Sekretär der Großeuropa-kommission. 1996 Rückkehr zur NZZ, dort bis 1999 Korrespondent in Hongkong, danach von 1999 bis 2002 Fernostkorrespondent in Tokyo und seit 2002 China-Korrespondent in Peking. Mitglied des Vorstands der Max Schmidheiny-Stiftung.










