Vorträge
Mittwoch, 2. November 2005, 18:30–20:00 Dr. Anna Bartels-Ishikawa: „Hermann Rösler – das japanische Privatrecht und die Meiji Verfassung“
Einigen wird der Name Hermann Röslers (1834-1894) als eines Beraters der Meiji-Regierung bekannt sein. Er arbeitete am Entwurf der ersten japanischen Verfassung (1889) nach westlichem Vorbild mit. Auch als Verfasser des Entwurfs des ersten japanischen Handelsgesetzbuches (1884) hat er sich einen Namen gemacht. Aber anders als etwa sein Zeitgenosse Albert Mosse (1846-1925) – ebenfalls ein deutscher Berater der Meiji-Regierung – erlangte Rösler nicht dessen Bekanntheitsgrad, obwohl er mindestens ebensoviel zur Gestaltung des modernen Japan beitrug.
Auf der Basis des Rösler-Archivs, das in Tokyo aufbewahrt wird, wird in dem Vortrag nicht nur Röslers Beitrag zur japanischen Gesetzgebung dargestellt, sondern es wird auch anhand von Originalbriefen und -fotos sein Leben nachgezeichnet. Der Vortrag richtet sich an ein allgemein an den deutsch-japanischen Beziehungen interessiertes Publikum.
Dies ist eine OAG-Veranstaltung im Rahmen des Deutschlandjahres.
Dr. Anna Bartels-Ishikawa, Rechtsanwältin und Hochschullehrerin für Deutsches Recht und Europarecht an der Chuo-Universität in Tokyo. Seit ihrer Promotion hat sie u. a. immer wieder zu rechtshistorischen Themen publiziert und sich auch mit den deutsch-japanischen Beziehungen auf juristischem Gebiet beschäftigt. Von ihr sind 2 Bücher zu diesem Thema erschienen: Mit „Theoder Sternberg (1878-1950) – einer der Begründer des Freirechts“ (Berlin 1998) geht sie auf ein rechtstheoretisches Thema ein. In „Post im Schatten des Hakenkreuzes – das Schicksal der jüdischen Familie Sternberg in ihren Briefen“ (Berlin 2000) läßt sie den Leser den Überlebenskampf dieser in Berlin und Tokyo lebenden Familie miterleben.









