Mittwoch, 14. September 2005, 18:30–20:00 Monika Kraemer: „Ferne Kulturen und naheliegende Mißverständnisse – Kommunikationspsychologische Analysen deutsch-japanischer Begegnungen“

Begegnungen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kulturen sind nicht allein eine Quelle anregender Erfahrungen und Bereicherungen, sondern auch von Mißverständnissen, Verunsicherungen, Verärgerungen und Konflikten. Gerade im Kontakt mit „fernen“ Kulturen versagt manch binnenkultureller Orientierungskompass. Denn was intrakulturell als „selbstverständlich“ gilt, erweist sich interkulturell oft als unverständlich, mißverständlich und „befremdlich“. Manch interkulturelles Projekt oder Joint Venture ist daran schon gescheitert.

Wie lassen sich solche interkulturellen Mißverständnisse und Irritationen psychologisch verstehen und didaktisch verständlich machen – und dadurch rückblickend erklären und vorausblickend vermeiden? Nach einem Überblick über die Entwicklung des Faches Interkulturelle Kommunikation und seiner praktischen Bedeutung für die Vorbereitung von Fach- und Führungskräften präsentiert der Vortrag authentische Episoden mit typischen deutsch-japanischen Mißverständnissen, die auch OAG-Mitgliedern nicht fremd sein dürften. Wie sich diese entschlüsseln und auflösen lassen, zeigen spezielle Analyse- und Vermittlungsinstrumente aus der Kommunikationspsychologie. Weiter entwickelt, mit sozialpsychologischen Erkenntnissen empirisch fundiert und auf diese Episoden angewandt können sie zu manchem interkulturellen „Aha“-Erlebnis führen.

Monika Kraemer, Dr. phil., Diplom-Volkswirtin, „Erwachsenenbildne- rin“ (Hochschule für Philosophie, München). Promotionsstudium Europ. Ethnologie, Psychologie Kunstgeschichte in München, Freiburg, Paris. Seit 1998 freie Mitarbeiterin am Institut für Sozialpsychologie der Universität München, Trainerin/Beraterin für Organisations-/Personalentwicklung, Inter- kulturelle Kommunikation und Qualitätsmanagement. Derzeit Research Fellow der Japan Society for the Promotion of Science zur Expatriates-Forschung in Japan an der Keio-Universität, Tokyo.