Ausstellungen
Montag, 6. Mai 2019, 10:00 - Sonntag, 12. Mai 2019, 20:00 Ausstellung von Joe Brockerhoff: „Soulympics”

2020 Olympics – im nächsten Jahr werden wieder einmal zwischen (fast) allen Nationen der Welt Maximen körperlicher Leistung, Konzentration, Schnelligkeit und Vehemenz gemessen. Diesmal in Tokyo gilt es erneut, Körperästhetik und Gesundheit als höchste Werte gesellschaftlicher Moral zu behaupten. Obwohl schon einige Male in der Weltgeschichte von Diktaturen missbraucht, ist es Ziel, eine kämpferische Ethik des Weltfriedens in pompöser Herrlichkeit auch zugunsten des nationalen Ansehens von Japan zu manifestieren und zu feiern.
Begleitet wird dieses Ereignis stets mit folkloristischer Kulturdarstellung des jeweiligen Gastlandes, und so frage ich mich auch bei dieser Gelegenheit wieder: warum gibt es parallel zu den physischen Olympics keine logisch transzendentale oder wissenschaftliche Olympiaden, wo sich edelst Weisheiten aller Welt in friedlicher Synthese zu einer vorbildlichen Hymne einer globalen menschlichen Kulturmaxime in Freiheit des Denkens wiederfinden könnten?
Mit der Ausstellung in der OAG möchte ich noch etwas weiterführend auf den Teil des Menschen, dem Nationalität, Herkunft, Physiognomie und Materie egal sind, fokussieren, nämlich die Seele. Auf Seidenfahnen habe ich also ‚SOULYMPICS‘, einen weltweiten gedanklichen Wettkampf der Seelen gesprüht und gemalt, welche miteinander korrespondierend im Foyer des OAG-Hauses in Aoyama hängen werden.
Die Disziplinen der Komparation ziehen sich als feine Punkte und Linien in drei Farben durch die Bilder:
Blau – für die Maxime des Selbstverständnisses als kosmisches Lebewesen des sich zentrifugal vom Erdkern ins Nichts ausbreitende Wesen.
Hellgrün – für die umfassendste Pflege des gesamten biologischen Lebenskomplexes auf diesem Planeten.
Orange – für die Meisterung aller Fantasien und Ideen im unbedingten Austausch steter Wissensoptimierung in der Gemeinschaft aller denkenden Wesen.
Die Abbildungen der unsichtbaren Seelen sind subjektiv nachempfunden, methaphysisch als Figuren dargestellt und teilweise mit tierischen oder rein formalen Allegorien durchwachsen, entsprechend unseren schamanistischen oder religiösen Traditionen des Seelenverständnisses in Tier-, Dämonen- oder Engelsformen, wobei möglichst diverse ethnische Äußerlichkeiten der Weltbevölkerung berücksichtigt worden sind. So hoffe ich doch auch ein wenig pathetisch, möge diese Ausstellung, und sei es auch nur humoristisch, statt gewohnter archaischer Versteifung in fatalen Nationalismus und Militarismus zu einer vernünftigen Handhabung des rasanten weltweiten Wandels beitragen.
Joe Brockerhoff, *1952 in Leipzig, Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie
Düsseldorf (Joseph Beuys) und Philosophie an der Universität Düsseldorf. Mehr unter:

(Ausstellungsmacher: Renato A. Pirotta)








