Vorträge
Mittwoch, 25. April 2007, 18:30–20:00 Shūichi Shimizu: “Das Naturschutzgebiet Oze”
Das Lied „Natsu no omide“ (Erinnerung an den Sommer), das 1949 im NHK Radio erstmals gesendet wurde und die Schönheit des Hochmoors von Oze besingt, ist den meisten Japanern ein Begriff, und wer „Mizubashō“ hört, assoziiert automatisch die weiten Felder weißer, japanischer Mantelblumen (lysichiton camtschatcense), die sich Ende Mai/Anfang Juni durch die dichte Schneedecke kämpfen und den langersehnten Frühling in der Bergregion verkünden.
Nicht zuletzt das Lied trug dazu bei, daß ab den 1950er Jahren, als es den Menschen in den Städten wirtschaftlich besser ging, ein wahrer Massentourismus in die Oze-Region einsetzte. Unvorstellbar viele Menschen müssen damals in das ökologisch sensible Hochmoor „eingefallen“ sein, was innerhalb von wenigen Jahren zur Versandung und Zerstörung ganzer Landstriche führte. Aus dem „Paradies auf Erden“ war im Nu ein Symbol für die zerstörerische Wirkung von Massentourismus geworden.
Wer heute durch das Hochmoor von Oze wandert, wird sich nur schwer vorstellen können, welch wechselvolle Geschichte sich hier abgespielt hat. Der größte Stromerzeuger Japans, Tokyo Denryoku, besitzt mit 9.100 ha etwa 70 Prozent des Oze-Gebietes, das in verschiedene Schutzzonen eingeteilt ist. Seit Mitte der 80er Jahre hat die Firma begonnen, durch den Bau von Holzpfaden und das Anlegen von Pflanzenmatten die von Menschen verursachten Schäden wiedergutzumachen.
In seinem Vortrag wird Herr Shimizu auf die Entstehungsgeschichte des Hochmoors, auf die besondere Flora und Fauna eingehen und erläutern, welche Maßnahmen getroffen wurden, um die ursprüngliche Schönheit der Landschaft und das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen. Energieversorgung, Müllbeseitigung und Aufklärungsarbeit sind ebenfalls Themen des Abends. Der Vortrag eignet sich auch gut als Vorbereitung für die Wanderung, die für Anfang Juni geplant ist.
Herr Shūichi Shimizu ist Leiter des Kontaktbüros von Oze in Tokyo.
Der Vortrag mit Bildpräsentation wird von Frau Elfriede Fuji-Zeller und Frau Maike Roeder konsekutiv gedolmetscht.







