Mittwoch, 14. März 2007, 18:30–20:00 Helmut Morsbach: “Segelfliegen in Japan“

Ungefähr zehn Jahre nach Anfang des Segelfliegens auf der Wasserkuppe im deutschen Rhöngebirge (1920) begeisterten sich auch Japaner für diesen Flugsport. Der halbjährige Besuch des deutschen Segelflugmeisters Wolf Hirth im Jahre 1936 gab dem Sport in Japan großen Auftrieb, wurde dann aber durch den Krieg unterbrochen. In den 50er Jahren entwickelten sich Segelflugklubs an verschiedenen Universitäten. Weiterhin gibt es im Land einige unabhängige Segelflugschulen, wie z.B. den ‚Japan Soaring Club‘ nördlich von Tokyo.

Einzigartig in der Welt ist wohl das derzeitige Bestreben von Herrn Shigeyuki Honda (nicht mit dem Gründer der Fahrzeugfirma Honda verwandt!), der bislang über zwanzig (!) Oldtimer-Segelflugzeuge (Baujahr 1936-1960) in der ganzen Welt aufkaufte und einige davon in der Umgebung von Tokyo ab und zu fliegen läßt. Mit seinen bejahrten japanischen Segelfliegerkameraden ist er sogar dabei, in seiner großen Spezialwerkstatt in Tokyo den in Argentinien stark beschädigten deutschen Doppelsitzer ‚Condor‘ (Baujahr 1952) neu aufzubauen, sodaß dieser Ende dieses Jahres wieder auf einem flußnahen Segelflugplatz bei Takasaki in die Luft steigen kann.

Anhand von Dias und Videoausschnitten werden historische Fotos gezeigt und der derzeitige Stand dieses schönen Sports erläutert. Ferner können allgemeine Fragen zum Segelfliegen beantwortet werden.

Für interessierte Personen hat der Vortragende kürzlich auf vier Seiten die allerwichtigsten Daten über das Segelfliegen zusammengefaßt. Diese können über die folgende Adresse abgerufen werden:

Segelflug

Zur Begriffsunterscheidung:
SEGELFLIEGEN (englisch: ‚gliding‘ oder amerikanisch: ’soaring‘) ist der motorlose Flug in einer Flugkabine mit festen Flügeln, die zwischen 14 und 30 Metern Spannweite haben.

DRACHENSEGELN mit Hängegleitern (englisch: hang gliding) ist der motorlose Flug mit Aluminiumrohr und dreieckigen Flügeln, die leicht genug sind, bei Start und Landung vom Piloten selber getragen zu werden (erst möglich seit 1961).

GLEITSCHIRMFLIEGEN (englisch: ‚paragliding‘) ist der motorlose Flug mit steuerbarem Fallschirm (erst möglich seit 1965).

Helmut Morsbach
OAG-Mitglied (mit Unterbrechungen) seit 1967, lehrt Psychologie an der ‚Temple University of Japan‘. Der gebürtige Deutsch-Südafrikaner ist seit seinem 15. Lebensjahr Segelflieger in Kapstadt. Er machte den Segelflugschein 1954 in Bonn-Hangelar und war dann langjähriger Segelfluglehrer beim ‚Cape Gliding Club‘. Ihm gelang u.a. ein fünfstündiger Wellensegelflug hinter dem Tafelberg bis 6000 Meter Höhe und ein Streckensegelflug von 490 km im Landesinneren. 1967-69 Teilnehmer beim ‚Keio Flight‘, den Segelfliegern der Keio-Universitaet in Tokyo. Vor fünf Jahren weitere Ausbildung im Gleitschirmfliegen (‚paragliding‘) auf der Wasserkuppe/Rhön, und bis zum Beinbruch vor einem Jahr Gleitschirmflüge beim Fuji-san.

Helmut Morsbach in Minimoa Cockpit {5.8.2026}
Helmut Morsbach in Minimoa Cockpit