Mittwoch, 11. April 2007, 18:30–20:00 Dr. Martin Schulz: “Suica, Edy, Octopus – Die schöne, neue Welt des E-Money”

E-Money und mobile Bezahlsysteme boomen überall – und Japan hat sich wieder einmal zum Technologieführer aufgeschwungen. Auf der Basis von heftiger Konkurrenz, einem mobilen Internet (i-mode), einem extrem entwickelten Nahverkehrssystem (Suica), und ganzen Geschwadern von Convenience Stores (Edy), steht das elektronische Geld zumindest in den Ballungszentren kurz vor dem Durchbruch. Die größte Hürde ist es dabei, die technologischen Möglichkeiten des Internet aus seinem Gefängnis im Computer zu befreien und mit der „wirklichen“ Welt mobiler Kunden zu verbinden. Sehr bald schon wird man mit seinem Handy nicht nur einen Geldautomaten in der Tasche haben, sondern auch von Plakaten Kino Informationen herunter laden, Tickets reservieren, und an der Kasse elektronische Rabattmarken erhalten können.

Aber Technologieführerschaft ist nicht alles und E-Money ist keine „Killer Applikation“, die eine einzelne Firma weltweit vermarkten könnte. Im Gegenteil, überall in der Welt haben sich bereits unterschiedliche Bezahlsysteme etabliert, die von Amerikas Kreditkarten bis zu Europas Scheckkarten reichen. Um daher die Fehler der Vergangenheit mit widerstreitenden Standards zu vermeiden, etabliert sich gerade ein weltweiter Standard für mobile Bezahlsysteme: Near Field Communication (NFC). Auf dieser Basis wird sich nun zeigen, wer die neuen Kundendienste entwickeln kann, für die vorsichtige Kunden bereit sind zu bezahlen oder ihre persönlichen Information zur Verfügung zu stellen. Wird es Sony sein, oder Rakuten? Oder doch eher Amazon und Google? Oder vielleicht die gegenwärtig innovativsten Dienstleister in Europa und Asien, Tesco und Octopus?

Dr. Martin Schulz ist Volkswirt am Fujitsu Research Institute.

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