Mittwoch, 30. September 2026, 18:30–20:00 Fritz Schumann: „Japanische Spuren in China – Wie Museen Krieg erinnern und inszenieren. Eine Reise von der russischen Grenze bis Nanjing in Bildern“

Der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg (1937–1945) und die Aufarbeitung der Geschichte sorgt bis heute für Spannung zwischen den beiden Nationen. Was als Suche nach den Spuren vom Einsatz chemischer Kampfstoffe durch Japan in China begann, führte Fritz Schumann zu mehreren Orten, an denen mit Museen und Denkmälern auf unterschiedliche Arten an die Zeit der japanischen Besatzung erinnert wird. Angefangen bei der Marco-Polo-Brücke und dem „Museum des chinesischen Widerstands gegen die japanische Aggression“ in Beijing, führt die Reise in die Mandschurei zum Museum der Einheit 731 in Harbin. Der anschließende bis zu 1000 Kilometer lange Roadtrip durch Nordostchina bringt ihn unter anderem zu weniger zugänglichen japanischen Militäreinrichtungen und einem Privatsammler in Qiqihar, der 50.000 Objekte der kaiserlichen Armee aufbewahrt.

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Diese Orte stehen im Kontrast zu Einrichtungen in Shanghai, die den Krieg gezielt heroisieren, sowie dem Museum zum Massaker in Nanjing, welches international große Aufmerksamkeit erfahren hat. Fritz Schumann hat auf der Reise zahlreiche Fotografien erstellt, mit denen er die Orte und Erzählungen dem Publikum nahebringt.

Fritz Schumann berichtet seit 2009 als freier Journalist für deutsche und internationale Medien über Japan. Seit 2013 recherchiert er zur Produktion von Giftgas auf Ōkunoshima in der Seto-Inlandsee/Präfektur Hiroshima und japanische Kriegsverbrechen in China. Seine Arbeit umfasst Reportagen, Dokumentarfilme und Bücher. Er ist Mitglied der OAG, sitzt im Beirat der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Berlin und nimmt regelmäßig an Symposien der Japanologie teil. Fritz Schumann lebt in Berlin und reist häufig für Recherchen nach Japan.

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