Vorträge
Mittwoch, 1. Juli 2026, 18:30–20:00 Prof. Dr. Harald Fuess: „Banknoten Made in Germany: Der transkulturelle Ursprung des japanischen Yen“
Warum die ersten Yen-Geldscheine in Frankfurt am Main gedruckt wurden, ist die Ausgangsfrage dieses Vortrags, der die Beziehung der japanischen Regierung mit westlichen Diplomaten und Wirtschaftsunternehmen untersucht. In der Finanzkrise nach der Meiji-Restauration druckten viele staatliche und nicht-staatliche Institutionen Papiergeld für Japan, einige davon als Imitate der traditionellen ryō-Währung der neuen Regierung. Als Mittel gegen weitverbreitete Fälschungen und zur Geldaufnahme suchten Regierungsvertreter nach einer „fälschungssicheren“ technischen Lösung, die auch von westlichen Handelsvertretern anerkannt werden würde. Europa, die Vereinigten Staaten und Hongkong dienten daraufhin als Quelle der Geldproduktion, bis diese mit der Gründung der Zentralbank 1882 endgültig nationalisiert wurde. Die in Frankfurt gedruckten Yen blieben bis 1899 in Japan als Zahlungsmittel gültig.
Allerdings entwickelte die erstmals bei Dondorf & Naumann eingesetzte Technik und umgesetzte Ikonographie nicht nur in Japan ein Eigenleben, sondern diente später als Kolonial- und Militärwährung in Taiwan, Korea, Tsingtau, Sibirien und der Mandschurei als kulturelles und wirtschaftliches Machtmittel des japanischen Imperialismus bis in die 1930er Jahre.
Stichworte: Modernisierung und Imperialismus, Yen Geldscheine, Frankfurt am Main, Alexander von Siebold, Meiji Drachen
Harald Fuess ist Professor für kulturelle Wirtschaftsgeschichte am Zentrum für Transkulturelle Studien an der Universität Heidelberg und Gastprofessor an dem Institut für Wissenschaftsgeschichte der Universität Tokyo.

SOMMERZEIT!!
Zeit: 18.30-20.00 Uhr (Japan), 11.30-13.00 Uhr (MESZ)
Zoom-Link: https://us02web.zoom.us/j/88975497423?pwd=bl1yRcaQ79X6LY1PkbT2b01OrgNen0.1
Meeting ID: 889 7549 7423
Passcode: 079413
Dies ist die letzte Veranstaltung vor der Sommerpause!





