Vorträge
Mittwoch, 22. Februar 2006, 19:30–21:00 Literarisches Terzett Literarisches Terzett III: Eine Diskussion zu japanischen Werken der Literatur in deutscher Übersetzung
Das literarische Terzett geht nun in das dritte Jahr, und wir werden es wieder in der Besetzung des Jahres 2004 erleben. Drei renommierte Übersetzer japanischer Literatur, Isolde Asai, Josef Bohaczek und Charles de Wolfe, werden jeweils eine neuere Übersetzung japanischer Literatur ins Deutsche vorstellen und dann über den Inhalt sowie die literarische und übersetzerische Qualität des Werks miteinander sprechen. Am Ende der Veranstaltung wird auf Fragen aus dem Publikum eingegangen werden.
Josef Bohaczek wird diesmal eines der neuesten Werke des Nobelpreisträgers Ōe Kenzaburō vorstellen: Tagame Berlin – Tokyo (Torikaeko – Chenjiringu, Frankfurt a.M.: Fischer, 2005), übersetzt von Nora Bierich. Isolde Asai wird eine Übersetzung von Barbara Yoshida-Krafft besprechen: Kawabata Yasunari. Drei Erzählungen (Mugon; Niou Musume; Otto no shinai, München: iudicium, 2001), und Charles de Wolfe schließlich beschäftigt sich mit dem Werk Trauminsel (Yume no Shima, Berlin: edition q, 1993) von Hino Keizō, das von Jaqueline Berndt und Yamane Hiroshi ins Deutsche übertragen wurde.
Zu den Teilnehmern der Diskussion:
Isolde Asai, Dozentin an der Keio-Universität, hat sich vor allem als Übersetzerin von Lyrik hervorgetan, u.a. von Takayanagi Makoto, Naka Tarō, Shiraiishi Kazuko, aber auch Erzählungen, Theaterstücke und Vorträge ins Deutsche übertragen. Darüber hinaus hat sie für mehr als 30 Filme entweder für die Japan Foundation oder die Berliner Filmfestspiele die Untertitel verfasst.
Josef Bohaczek, lange Zeit tätig für das Goethe-Institut in Tokyo, mit einem Intermezzo als Referent der OAG, ist seit zwanzig Jahren auch als Vertragsbediensteter des Bezirks Setagaya tätig (Konsulent der Abteilung für kulturelle Auslandsbeziehungen). Nach Beendigung seiner Tätigkeit für das Goethe-Institut Tokyo gründete er den deutschen Sprachdienst BYLS (Sprachtraining, Sprachmittlung, interkulturelles Training). Er hat vor allem Romane übersetzt, u.a. von Tanizaki Jun’ichirō „Die geheime Geschichte des Fürsten von Musashi“ (Bushūkō hiwa, 1931–32), erschienen im Insel-Verlag 1994, und ebenfalls von Tanizaki „Eine Katze, ein Mann und zwei Frauen“ (Neko to Shōzō to futari no onna, 1936), Rowohlt 1996, weiter von Mishimia Yukio „Liebesdurst“ (Ai no kawaki, 1950), im Insel-Verlag im Jahr 2000 erschienen, und die mit Yoshida-Krafft gemeinsam herausgegebene und übersetzte Anthologie komischer Geschichten „Weil gerade Frühling war…“ (iudicium 2002).
Charles de Wolfe, seit 1996 als Professor an der Keio-Universität beschäftigt und seit rund 30 als Jahren als Übersetzter tätig, überträgt seit 20 Jahren japanische Literatur ins Englische, u.a. klassische Literatur wie das Konjaku monogatari, aber auch Werke der Moderne, u.a. von Akutagawa Ryūnosuke, Hino Keizō, Hirano Keijirō, Murakami Haruki und Tsutsui Yasutaka. Zur Zeit arbeitet De Wolfe an einer Grammatik des Genji monogatari, einschließlich einer Übersetzung des zweiten Kapitels, und beschäftigt sich näher mit Akutagawa Ryūnosuke.
