Mittwoch, 20. Juni 2007, 18:30–20:00 Kimura Sonoko: Boden und Landwirtschaft in Japan

Japan ist ein Land der Vielfältigkeit. Aufgrund der starken Nord-Südausdehnung (375,000 km2) ist das Klima sehr unterschiedlich ausgeprägt, so liegt die durchschnittliche Jahrestemperatur im Norden bei unter 5oC, im Süden aber bei mehr als 17,5o C. Dies führt unter anderem auch zu diversen Bodenbedingungen. Die Durchschnittsgröße eines landwirtschaftlichen Betriebs in Japan ist 25 mal kleiner als die eines deutschen Betriebs, welcher 38 ha umfaßt. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche in Japan nimmt nur 14% der gesamten Landesfläche ein, im Gegensatz zu Deutschland, wo es 55% sind. Mit 46% an der ganzen landwirtschaftlichen Produktion ist Reis das Hauptprodukt, typisch japanische Produkte wie Tee oder Wasabi fallen statistisch nicht ins Gewicht. Allerdings sind einzelne Regionen für den Anbau spezieller Produkte berühmt, z.B entfällt auf Shizuoka 70% der ganzen Wasabi-Produktion in Japan.

Der japanische Boden ist durch seinen vulkanischen Ursprung geprägt. Im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern ist er sauer und hat einen höheren Kohlenstoffgehalt. Der hohe Kohlenstoffgehalt (=reich an organischer Substanz) führte dazu, daß der Boden eine hohe Pufferkapazität hat und Umweltprobleme wie in Deutschland das „Waldsterben“ durch den sauren Regen selten auftraten. Hohe Niederschläge können aber ineffiziente Nährstoffnutzung auf dem Feld verursachen.

In dem Vortrag wird anschaulich erläutert, mit welchen Bodenvoraussetzungen es die japanische Landwirtschaft zu tun hat und wie sich landwirtschaftliche Bodennutzung (vor allem der Naßreisanbau) sowie Populationsdichte von Mensch und Tier auf die Boden- und Wasserqualität auswirken.

KIMURA Sonoko Dorothea, PhD agr. ist Associate Professor im Fachbereich für internationale Umwelt- und Landwirtschaftsstudien an der Tokyo Universität für Landwirtschaft und Technologie. Sie studierte an der Hokkaido Universität, wo sie auch ihre Doktorarbeit über die Ökobilianz bezüglich Stickstoff in einem Wassereinzugsgebiet schrieb. Sie studierte ein Jahr in Göttingen und steht seit dem in engem Kontakt zu deutschen Forschern in den Bereichen Bodenkunde und Ökologischen Landbau. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Stickstoff- und Kohlenstoffkreisläufe in der Landwirtschaft. Ihr Arbeitsgebiet reicht von kleinen Feldversuchen bis zu großflächigen Wassereinzugsgebietsversuchen in Japan, China, Malaysien und anderen Ländern.