Ausstellungen
Montag, 12. Oktober 2026, 13:00 - Sonntag, 18. Oktober 2026, 17:00 Kathrin Linkersdorff: „Anthesis“
Die Ästhetik von Kathrin Linkersdorffs Arbeiten wurzelt im japanischen Konzept des Wabisabi, das Schönheit in Vergänglichkeit, Unvollkommenheit und Verletzlichkeit findet. Ihre Werke richten den Blick auf verborgene Prozesse, in denen Werden und Vergehen untrennbar miteinander verbunden sind.
Ihr Atelier wandelte sich daher zunehmend in ein Labor, in dem sie Blüten nicht nur beim Trocknen beobachtete, sondern systematisch mit Chemikalien experimentierte. Um den Zusammenhang zwischen floralen Strukturen und ihren Farbpigmenten besser zu verstehen, entwickelte sie ein Verfahren, mit dem sich bei Tulpen kontrolliert die Pflanzenfarbstoffe, die sogenannten Anthocyane, entziehen ließen. So gelang es ihr mit der Serie „Fairies“, das feine Gerüst der Blüten und mit ihm die fragile Schönheit ihrer vergänglichen Struktur sichtbar zu machen.

Ausgehend von der Serie „Floriszenzen“, in der sie verfolgte, wie sich Pflanzenpigmente in das Wasser einer Blumenvase ergießen, führte sie diesen Gedanken weiter. Den separierten und rekonzentrierten Blütenfarbstoff ließ sie als farbige Tinte in die Komposition der entfärbten Stillleben einfließen. Ihre Fotografien halten diesen Prozess der Wiedervereinigung in malerischen Bildwelten fest, in denen Tulpenblätter zu Pinseln werden und Farbe zur Metapher für Lebendigkeit wird.

Für ihre Werkgruppe „Microverse“ arbeitete Kathrin Linkersdorff mit dem Institut für Mikrobiologie der Humboldt-Universität zu Berlin zusammen. Dort entstand die Idee, den Zerfall von pflanzlicher Zellulose mit neuem mikrobiellem Wachstum zu verbinden und so die Zirkularität natürlicher Stoffkreisläufe sichtbar zu machen. Entfärbte Blüten und Pflanzenteile dienten dabei als Wachstumssubstrat für das Bodenbakterium Streptomyces coelicolor, dessen Kolonien intensiv gefärbte antibiotische Pigmente hervorbringen.
Innerhalb dieses offenen Experiments fanden biologische Umwandlungsprozesse statt, deren Verlauf sich nur bedingt vorhersagen lässt. Die Petrischale wird dabei zur Bühne eines organischen Geschehens, bei dem Wachstum, Zerfall und Transformation sichtbar werden – Vorgänge, die sich normalerweise im Verborgenen des Bodens vollziehen.
Die Fotografien von Kathrin Linkersdorff machen diese mikrobischen Prozesse als eindrucksvolle Farblandschaften erfahrbar. In den entstandenen Bildwelten verschmelzen wissenschaftliche Erkenntnis und künstlerische Imagination zu einer neuen Wahrnehmung der lebendigen Natur.
Die jüngste Serie „Anthesis“ führt diesen Ansatz weiter. Durch die Invertierung der Farbwerte scheinen die entfärbten Pflanzenstrukturen in einem grenzenlosen, kosmischen Raum zu schweben, während die von den Bakterien gebildeten Pigmente wie ferne Sterne und Galaxien aufleuchten. Farbe löst sich hier von ihrer abbildenden Funktion und wird zum sichtbaren Ausdruck lebendiger Prozesse – zu einer Metapher für Transformation, Erneuerung und die unaufhörliche Dynamik des Lebens.

Kathrin Linkersdorff (geb. 1966) studierte Architektur und erhielt anschließend ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für einen zweijährigen Aufenthalt in Tokyo. Nach ihrer Rückkehr arbeitete sie als Architektin, verfolgte aber auch ihre künstlerischen Interessen mit Fotografie und Sumi-e, der traditionellen Tuschemalerei, die sie in Japan kennengelernt hatte. 2006 begann sie ein Studium der Fotografie in Berlin. Seit 2012 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin. 2023 bis 2025 war sie Artist in Residence am Institut für Biologie/Mikrobiologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Herbst 2026 ist sie Teil des Forschungsprojekts „Museums, Nature, and Art: The Reorganization of Knowledge and Its Visualization“ an der Kyūshū Universität in Fukuoka, Japan.
Ausstellungsmacher: Stefan Speidel

Weitere Veranstaltungen im Haus während der Ausstellungsdauer
Donnerstag, 15. Oktober 2026
Konzert des Andromeda Mega Express Orchestra
Einlass 18:00 | Beginn 19:00
Tickets
Erwachsene: Vorverkauf ¥4,000 | Abendkasse ¥4,500
U23 ¥3,000
U18 ¥2,000
Tickets sind ab sofort via Peatix zu kaufen.
https://super-deluxe.com/events/20261015/
Samstag, 17. Oktober 2026, von 14:00 bis 17:00 Uhr, im Saal des OAG-Hauses
Symposium
Die Wiederkehr der Vanitas
Sprache: Japanisch
1. Teil
Vanitas – Wiederkehr und Danach
Mayumi KAGAWA (Emeritierte Professorin, Musashi Universität)
Keiko ISHIDA (Professorin, Kobe Universität)
Ryūko OKAZOE (Independent Researcher, Waseda Universität)
2. Teil
Kathrin Linkersdorff und Vergänglichkeit heute: Wo sich Kunst und Wissenschaft begegnen
Kathrin LINKERSDORFF (Künstlerin)
Chihiro HIRAMATSU (Professorin, Kyūshū Universität)
Madoka YŪKI (Associate Professorin, Kyūshū Universität)
Im Zentrum des Symposiums steht die Frage, welche Gestalt die „wiederauferstandene Vanitas“ in der Gegenwart angenommen hat und in welchem Verhältnis sie zu unserer heutigen Lebens- und Gesellschaftswirklichkeit steht. Ausgangspunkt ist die im Januar 2026 bei Iwanami Publishing erschienene Publikation Yomigaeru banitasu —
Im ersten Teil des Symposiums wird anhand von Werken, die in der Publikation nicht berücksichtigt werden konnten, der Frage nachgegangen: „Warum Vanitas heute?“ Dabei werden insbesondere ihre Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Fragestellungen in den Blick genommen.
Der zweite Teil widmet sich als einer der Fallstudien der fotografischen Arbeiten der Künstlerin Katrin Linkersdorff. Ihre Arbeiten werden aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven betrachtet und in einem interdisziplinären Dialog neu gelesen.
こうした探究のなかで、彼女のアトリエは次第に実験室へと姿を変えていきました。花が乾燥していく過程を観察するだけでなく、化学物質を用いた体系的な実験にも取り組むようになったのです。植物の構造とそこに含まれる色素との関係をより深く理解するため、彼女はチューリップから植物色素であるアントシアニンを制御しながら抽出する独自の方法を開発しました。こうして生まれた≪Fairies≫シリーズでは、花の繊細な骨格と、そのはかない構造がもつ脆く美しい姿を可視化しています。
花瓶の水に植物の色素が溶け出していく様子を捉えた≪Floriszenzen≫シリーズを起点に、彼女はこの考察をさらに発展させました。分離・再濃縮した花の色素を色彩豊かなインクとして、脱色された静物画の中へと再び取り入れたのです。そこでは、チューリップの花びらが筆となり、色彩が生命の象徴として機能します。彼女の写真は、分離されたものが再びひとつになるこのプロセスを、絵画的なイメージとして捉えています。
≪Microverse≫シリーズでは、カトリン・リンケルスドルフはベルリン・フンボルト大学微生物学研究所との共同研究に取り組みました。そこで着想されたのは、植物セルロースの分解と新たな微生物の増殖を結びつけることで、自然界における物質循環のサイクルを可視化するという試みです。脱色した花や植物の一部は、土壌細菌ストレプトマイセス・コエリカラーの増殖基質として用いられました。この細菌のコロニーは、鮮やかな色彩をもつ抗生物質系の色素を生成します。
この開かれた実験の場では、その進行を完全には予測することのできない生物学的な変換が起こります。シャーレは、生命現象が繰り広げられる舞台となり、成長、分解、変容という、通常は土壌の内部でひそかに進行しているプロセスが目に見えるかたちで現れてきます。
カトリン・リンケルスドルフの写真は、こうした微生物の活動を、鮮烈な色彩による風景として立ち上げます。そこに広がるイメージの世界では、科学的な知見と芸術的な想像力が融合し、生きた自然に対する新たな視覚体験が生み出されます。
最新作≪Anthesis≫では、このアプローチがさらに展開されています。色彩の階調を反転させることで、脱色された植物の構造は、果てのない宇宙空間に浮かぶかのように姿を変えます。その一方で、細菌によって生成された色素は、遠く離れた星々や銀河のように鮮やかな光を放ちます。ここでは色彩は、対象を再現するための手段から解放され、生きたプロセスそのものを可視化する表現へと変化します。それは、変容と再生、そして絶え間なく躍動し続ける生命そのものを象徴するメタファーとなっているのです。
カトリン・リンケルスドルフ(1966生)
建築を学んだ後、ドイツ学術交流会(DAAD)の奨学金を得て、2年間東京に滞在。帰国後は建築家として活動する一方、日本滞在中に出会った伝統的な水墨画である墨絵や写真を通して、芸術活動にも取り組む。2006年、ベルリンで写真を学び始める。2012年よりフリーランスのアーティストとして活動。2023年から2025年まで、ベルリン・フンボルト大学生物学・微生物学研究所のアーティスト・イン・レジデンスを務める。2026年秋には、九州大学での研究プロジェクト「博物館・自然・現代美術―知の再編とその可視化」に参加。
展示企画:シュテファン・シュパイデル
関連イベント情報:
● 10月15日【木】
Andromeda Mega Express Orchestra 初来日公演《in Tokyo》
会場:ドイツ文化会館
Open: 18:00 | Start: 19:00
チケット:
一般 前売 ¥4,000|当日 ¥4,500
23歳以下 ¥3000
18歳以下 ¥2000
チケットは【Peatix】にて発売中
https://super-deluxe.com/events/20261015/
● 10月17日【土】14時~17時 会場:OAGホール
シンポジウム「<甦るヴァニタス>の現在地」
第一部: 甦ったヴァニタス、その後
香川檀(武蔵大学名誉教授)
石田圭子(神戸大学教授)
岡添瑠子(早稲田大学非常勤講師)
第二部:カトリン・リンケルスドルフとはかなさの現在:アートと科学が交差する場
カトリン・リンケルスドルフ(アーティスト)
平松千尋(九州大学教授)
結城円(九州大学准教授)
言語:日本語
入場無料
本シンポジウムでは、2026年1月に刊行された『甦るヴァニタス—<はかなさ>と向き合う現代美術』(岩波書店)を起点に、「甦ったヴァニタス」が現在どのような姿となっているのか、そして現代社会とどのように関わっているのかを考察します。
第一部では、現在の社会状況などとの関連を踏まえ、書籍では取り上げることのできなかった作品を中心に、「いま、なぜヴァニタスなのか?」という問いについて議論します。
第二部では、そのケーススタディーの一つとして、カトリン・リンケルスドルフの作品を取り上げ、複数の専門領域から学際的に読み解きます。
Ausstellung und Symposium mit freundlicher Unterstützung durch:

10月14日(水) 18時30分からカトリン・リンケルスドルフ氏と結城円氏を招いたアーティストトーク(ドイツ語)を開催します。アーティストトーク終了後は、ホワイエにて展覧会のオープニングパーティーを行います。











