OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Dienstag, 11. Februar 2020, 18:30-20:00 UhrBotschafterin Ina Lepel: „Deutsche Außenpolitik in der Region Asien-Pazifik“

Die Region Asien-Pazifik hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen; vielfach ist vom asiatischen Jahrhundert die Rede. Der Kontinent stellt mit über 3,5 Milliarden Menschen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, erwirtschaftet weit über ein Viertel des Weltsozialprodukts und ist weltweit die dynamischste Wachstumsregion. Anderseits leben fast zwei Drittel aller Armen im asiatischen Raum; die regionale Integration ist wenig ausgeprägt, Territorialstreitigkeiten und geopolitische Rivalitäten nehmen zu. Die Gegensätze zwischen den USA und China stellen Wirtschafts- und Sicherheitspolitik in der Region und in Europa vor Herausforderungen. Wie geht die deutsche Außenpolitik damit um? Ina Lepel wird hierzu einige Einblicke aus ihrer Zeit als Leiterin der 2017 neu geschaffenen Abteilung für Asien und Pazifik im Auswärtigen Amt teilen.

Sie wird sich dabei nicht nur der Gestaltung der komplexen Beziehungen zu China widmen, sondern auch den Anstrengungen, Partnerschaften mit Ländern wie Japan, Korea, Australien und Indien zu stärken, die Zusammenarbeit zwischen EU und ASEAN auf eine neue Stufe zu heben und Frieden und nachhaltige Entwicklung in der Region zu fördern.

Foto_©dpapicture alliance Fotograf Jörg Lange

Ina Lepel ist seit September 2019 deutsche Botschafterin in Japan. Sie absolvierte ein Studium der Volkswirtschaftslehre in Kiel, Bonn und Bloomington, USA, und hat ein Master’s Degree in Economics der Indiana University sowie ein Diplom der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
1988 trat sie ins Auswärtigen Amt ein. Ihre Auslandseinsätze führten sie nach Bangkok (Thailand) von 1990 bis 1992, nach Tiflis (Georgien) von 1995 bis 1998, an die Ständige Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York von 1998 bis 2000, nach Islamabad (Pakistan) von 2006 bis 2009 sowie – als deutsche Botschafterin – von 2015 bis 2017. In Berlin war sie von 1992 bis 1995 als Länderreferentin für Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan im Auswärtigen Amt eingesetzt, von 2000 bis 2002 als Referentin im Pressereferat im Auswärtigen Amt, von 2002 bis 2006 als stellvertretende Leiterin des Referats für Vereinte Nationen im Bundeskanzleramt, von 2009 bis 2012 als Referatsleiterin (Sicherheitsrat der Vereinten Nationen) im Auswärtigen Amt, von 2012 bis 2015 als Beauftragte für Globale Fragen (Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, Zivile Krisenprävention, Humanitäre Hilfe, Internationale Zusammenarbeit in der Terrorismusbekämpfung) sowie von 2017 bis 2019 als Leiterin der Abteilung Asien und Pazifik im Auswärtigen Amt.

Im Anschluss gibt es einen kleinen Umtrunk im Foyer.