Montag, 5. Dezember 2005, 18:30–20:00 Rundgang: „Alle Menschen werden Brüder…“ Deutsche Kriegsgefangene in Japan 1914-1920

Nach langer Ankündigung werden Sie in diesem Monat nun endlich die Kriegsgefangenen-Ausstellung der OAG mit eigenen Augen sehen können. Sie werden sich womöglich fragen, warum ein solches Thema als Projekt der OAG im Deutschlandjahr gewählt wurde. Der Erste Weltkrieg liegt nun fast ein Jahrhundert zurück, vielen jungen Deutschen, aber auch Japanern ist nicht unbedingt präsent, daß beide Länder einmal gegeneinander gekämpft haben – gehört das Thema also nicht in die Schublade der Geschichte? Wir meinen nein, denn gerade durch diese Kriegsgefangenschaft kam es zu einem intensiven Austausch zwischen Deutschen und Japanern. Die Popularität der 9. Sinfonie von Beethoven ist nur ein Beispiel von vielen.

Darüberhinaus hat die OAG für die Vorbereitung und Dauer der Ausstellung Exponate aus zwei wertvollen und außerordentlich reichhaltigen Sammlungen zur Verfügung gestellt bekommen mit vielen, noch unbekannten Bildern und sehr persönlichem Material: zum einen der Nachlaß von Herrn Erich Doert aus Dortmund, Gefangener in Marugame und Bandō, der uns von seiner Enkelin Frau Christel Kordt geliehen wurde; zum anderen Materialien aus der Sammlung von Herrn Walter Jäckisch aus Bochum, der als Briefmarkensammler über die Kriegsfeldpost schließlich Interesse an den Kriegsgefangenenlagern in Japan bekam und nun über die wohl umfassenste Sammlung zu den Lagern verfügt. Nicht zuletzt steht uns mit unserem Ehrenmitglied Herrn Dirk van der Laan, dessen Vater auch ein Krieggefangener war und der sich seit Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt, quasi ein wandelndes Lexikon zur Verfügung; einen kleinen Teil seines umfangreichen Wissens wollen wir mit dieser Ausstellung sichtbar machen.

Die offizielle Eröffnung der OAG-Kriegsgefangenenausstellung wird am Mittwoch, den 26. Oktober ab 16.00 Uhr im Foyer des OAG-Hauses stattfinden. Im Anschluß an den offiziellen Teil wird es ein kleines Büffet und einen Rundgang durch die Ausstellung geben.

Ab 18.30 Uhr findet dann eine Einführung mit einem Kurzvortrag von Herrn van der Laan und der Präsentation der digitalen Datenbank des Deutschen Instituts für Japanstudien zum Thema Kriegsgefangene statt. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, die Mitwirkenden der Ausstellung zu befragen bzw. sich die Ausstellung in Ruhe anzusehen.

So eine umfangreiche Ausstellung hat natürlich auch ihren Preis. Trotz der ehrenamtlichen Arbeit vieler – vor allem der Historikerin und Graphikdesignerin Frau Silke Bernau, ohne die die gesamte Konzeption und Durchführung der Ausstellung nicht möglich gewesen wäre – die in unermüdlicher Arbeit an der Ausstellung arbeiten, besteht für interessierte Mitglieder und Freunde der OAG die Möglichkeit, sich selbst als Förderer dieser Ausstellung zu präsentieren und auf diese Weise aktiv am Deutschlandjahr teilzunehmen. Wenn Sie sich bis zum 10. Oktober im Büro melden, erhalten Sie für eine Fördertätigkeit als Einzelperson einen Ausstellungskatalog und werden namentlich im Katalog und auf einer Namensliste am Eingang der Ausstellung erwähnt. Dafür möchten wir Sie um eine Spende in Höhe von ¥10.000 bitten. Wer 50.000¥ und mehr beisteuern möchte, kann eine ganzseitige Anzeige in dem Ausstellungskatalog (DIN A5 Format) schalten.

Wir freuen uns über zahlreiche Besucher!