OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Mittwoch, 3. März 2021, 18:30-20:00 UhrJetzt auch auf Deutsch! Der Affe von Shinagawa und Die einsame Bodybuilderin. Ein Gesprächsabend mit der Übersetzerin Ursula Gräfe

Wer japanische Literatur auf Deutsch lesen möchte, muss heutzutage nicht lange suchen. Das Angebot ist überwältigend und nimmt ebenso kontinuierlich zu wie Übersetzungen aus europäischen Sprachen. Doch trotz dieser starken Präsenz hat japanische Literatur immer noch eine Sonderstellung inne, die grundsätzlich wohl dadurch verursacht wird, dass nur sehr wenige Leser*innen die Sprache beherrschen und sich deshalb – anders als etwa im Englischen – kein eigenes Bild machen können. Angesichts dieser alternativlosen Abhängigkeit auch der Verlage erhält die Expertise der Übersetzer*innen ein besonderes Gewicht.

Graefe_Buecher_ページ_1

Ursula Gräfe, die bekannteste deutschsprachige Übersetzerin japanischer Gegenwartsliteratur, berichtet im Gespräch mit der Japanologin Dr. Mechthild Duppel von der faszinierenden Vielfalt ihres „Traumberufs“, in dem sie es mit Kinderbüchern, Kriminal-, Ideen- und Liebesromanen, Politthrillern und Gedichten zu tun hat. Der Star in der Liste „ihrer“ Autoren ist Haruki Murakami, dessen Affe von Shinagawa im Titel der Veranstaltung seinen Auftritt hat. Aber auch Yukio Mishima, die Akutagawa-Preisträgerin Sayaka Murata, die mit ihrem Roman Die Ladenhüterin in Deutschland Erfolge feierte, Yukiko Motoya, deren Einsame Bodybuilderin im Mai erscheint oder die Kinderbuchautorin Megumi Iwasa, die für Viele Grüße, Deine Giraffe 2018 den deutschen Jugendliteraturpreis erhielt, gehören zu den von ihr übersetzten Schriftsteller*innen.
Neben der beruflichen Seite sollen außerdem verschiedene Aspekte und Schwierigkeiten des Übersetzens aus dem Japanischen und die Frage nach der vermeintlichen „Fremdartigkeit“ japanischer Literatur zur Sprache kommen.

Ursula Gräfe, geboren 1956, hat in Frankfurt am Main Japanologie, Amerikanistik und Anglistik studiert. Aus dem Japanischen übersetzte sie u. a. Haruki Murakami, Keigo Higashino, Ryu Murakami und Hiromi Kawakami. 2019 erhielt sie den japanischen Noma Award for the Translation of Japanese Literature.

U. Gräfe am Schreibtisch