Mittwoch, 21. November 2012, 18:30–20:00 „Eine Jugend zwischen €pa und Japan – ein Gesprächsabend mit Shigemitsu Ayako“

Tochter eines japanischen Karrierediplomaten mit deutscher Spezialisierung, verlebte Frau Ayako Shigemitsu ihre Kindheit zwischen Berlin, Tokyo und dann Wien, wohin sie der Posten des Vaters ab 1938 brachte. Ab 1941 folgte die berufsbedingte Übersiedelung nach Sofia, nach dem Sowjetischen Angriff auf Bulgarien brachte der Vater die Familie wieder nach Österreich, während er den nicht ungefährlichen Rückweg nach Tokyo antrat. Kurz vor Kriegsende ging die Familie in die Schweiz, wo Ayako ihr Universitätsstudium begann.
Im Zuge der Repratriierungen der japanischen Staatsangehörigen kehrte sie 1946 nach Japan zurück, wo sie später den Diplomaten Akira Shigemitsu, den Neffen des früheren Außenministeres Mamoru Shigemitsu ehelichte. Um den Nachwuchs kümmerte sich Fräulein Hulda, eine Hamburgerin, die schon das Kinderfräulein von Ayako selbst gewesen war. Der Dienst brachte die Familie nach London, Indien, Moskau, Bukarest und Nigeria.

Noch heute ist Frau Shigemitsu in zahlreichen internationalen Freundschafts-Organisationen wie etwa dem „Freundeskreis deutscher Sprache“ tätig. 
Trotz ihres bewegten Lebens hinterließen die in Österreich verbrachten Jahre einen tiefen Eindruck und Frau Shigemitsu, die vorbildliches Deutsch mit leichter Wiener Färbung spricht, besucht nach wie vor Klassentreffen aus ihrer Wiener Schulzeit. In ihrem damaligen Elternhaus begegnete sie Musiker-Persönlichkeiten wie Richard Strauss oder Konoe Hidemaro, auch Theodor Lerch, den „Vater des Schilaufs in Japan“, oder Mitsuko Coudenhove-Calergi.

Das Gespräch führt Jürgen Draschan, von 2008-2012 Österreich-Lektorat an der Sophia Universität, seither Lycée Français International de Tokyo.