Vorträge
Mittwoch, 20. Mai 2026, 18:30–20:00 Dr. Thilo Diefenbach: „Die Rolle der japanischen Sprache in der Literaturgeschichte Taiwans“
Die japanische Sprache spielt in der taiwanischen Literaturgeschichte eine gewichtige Rolle, was angesichts der Tatsache, dass die Insel fünfzig Jahre lang (1895–1945) eine Kolonie des Kaiserreichs war, wenig überraschend sein dürfte. Jedoch war das Japanische während dieser Phase keineswegs die einzige Sprache, die für das Verfassen literarischer Werke genutzt wurde, vielmehr bestand eine sprachlich recht komplexe Situation, die ich genauer vorstellen möchte. Dabei gehe ich auch auf den wechselhaften Lebensweg von Personen wie dem Illustrator Tateishi Tetsuomi (立石鐵臣) ein, der sehr eng mit dem damaligen taiwanischen Literaturbetrieb verbunden war. Zuletzt erläutere ich den wichtigen Umstand, dass das Japanische keineswegs mit dem Kriegsende aus Taiwan verschwand, sondern dass es noch über Jahrzehnte hinweg im Schaffen einiger taiwanischer Autoren eine große Rolle spielte.

Thilo Diefenbach wurde 1975 am Niederrhein geboren. Er studierte Sinologie und Germanistik in Frankfurt am Main und promovierte an der Universität zu Köln. Seit seinem ersten Besuch in Taiwan 2009 widmet er sich der Literatur und der Geschichte der Insel. Bislang hat er drei Bücher mit Übersetzungen (2017: Kriegsrecht, 2019: Gedanken in Weiß. Gedichte von Cheng Chiung-ming, 2022: Zwischen Himmel und Meer) sowie zahlreiche Artikel über Taiwans Kultur, Geschichte und Literatur publiziert (auf Deutsch, Englisch und Mandarin). Seit 2014 ist er ständiger Mitarbeiter der Hefte für ostasiatische Literatur. 2022 gewann er den Prix de la Fondation culturelle franco-taiwanese, und 2023 den Johann-Friedrich-von-Cotta-Übersetzerpreis. Er lebt in Berlin.
SOMMERZEIT!!
Zeit: 18.30-20.00 Uhr (Japan), 11.30-13.00 Uhr (MESZ)
Zoom-Link: https://us02web.zoom.us/j/88300331745?pwd=0u06MxfPVpDiTPFeNvVPggQdgbTM6S.1
Meeting ID: 883 0033 1745
Passcode: 748149





