OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Mittwoch, 16. Januar 2008, 18:30-20:00 UhrVortrag: „Heinrich von Siebold und die Ainu“

Professor Nobuo Harada spricht über die systematische Reihenfolge der Ainu-Entdeckungsgeschichte durch Europäer vom 17. bis zum 19. Jahrhundert und beleuchtet die Bedeutung Heinrich von Siebolds als dessen Wegbereiter.
Einer der ersten ausführlichen Berichte über die Ainu wurde erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von seinem Vater, dem berühmten Japanforscher Philipp Franz von Siebold, in seinem bekannten Werk „Nippon“ mit farbigen Illustrationen beschrieben.
Sein zweiter Sohn, Heinrich von Siebold, 1852 in Boppard am Rhein geboren, setzte die Forschung des Vaters fort.
Der junge Heinrich kam mit 17 Jahren unter der Obhut seines älteren Bruders Alexander nach Japan, der seinerseits von einer Reise zurückkehrte, in der er eine japanische Delegation nach Europa begleitet und betreut hatte. 1873 arbeiteten Heinrich und Alexander als Verbindungspersonen bei der Weltausstellung in Wien, wo Japan sich zum erstenmal als moderner Staat präsentierte und großes Ansehen genoss.
Während der Wiener Weltausstellung wurden auch zum erstenmal Fotos von Ainu gezeigt, die Heinrich später 1881 im Zuge seiner Berichte über die Ainu-Forschung als Illustrationsgrundlage dienten und in Berlin veröffentlicht wurden. Diese meistens von ihm selbst gezeichneten Illustrationen werden in vergrößertem Format in der Lobby des OAG Hauses ausgestellt und können vom 14. bis 21. Januar 2008 dort besichtigt werden.
Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung Heinrich von Siebolds in der Feldforschung und als Wegbereiter der Ainu Studien.
Heinrich wird heute als einer der Begründer der japanischen Ethnologie und Archäologie angesehen.
Der Vortrag findet in japanischer Sprache statt und wird konsekutiv ins Deutsche gedolmetscht.

Prof. Nobuo Harada,
geboren 1949 in der Tochigi Präfektur. Besuch der Meiji- Universität. Gastforscher am Japanologischen Institut der Universität Wien vom Oktober 1993 bis September 1994. Professor an der Kokushikan Universität. Er ist bekannt als Mitübersetzer Heinrich v. Siebolds: „Ethnologische Studien über die Ainu auf der Insel Yesso.“

Hinweis:
Im Anschluss des Vortrags findet bei einem kleinen Umtrunk die Eröffnung der Ausstellung im Foyer statt.

Mit der Nutzung unserer Dienste sowie dem Klicken des „OK“ Buttons erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen und verwenden. Weiterlesen …