Mittwoch, 14. Februar 2024, 18:30–20:00 Carsten Settele: „Farbenfrohe Frühblüher in Japan: Leberblümchen oder yukiwarisō (lat. Hepatica) in Natur und Züchtung“

Die Gattung Hepatica, in Japan unter dem Namen yukiwarisō (Pflanze, die den Schnee bricht) bekannt, wurde bereits 1730 im Werk Sado-sanbutsu-shi in den klassischen Blütenfarben Rot (sicher war rosa gemeint), Weiß und Lila erstmals erwähnt. 1841 erschien dann ein Buch, das sich ausschließlich mit diesen einzigartigen Frühlingsblühern beschäftigt und bereits damals schon 72 Kultivare beschreibt.

20200222_115927
IMG_0434 – Kopie

Im Vortrag streifen wir die Verbreitung in Japan und sehen Bilder von Naturstandorten, aus denen man ein paar grundlegende Anforderungen in der Pflege dieser Schätze ableiten kann. Es folgt ein Überblick zu den Blütenformen und Grundlagen zur Vermehrung und Zucht der Pflanzen.
Wunderschöne und zum Teil auch gefüllte Sorten, die es seit Jahrzehnten gibt, kann man bereits um die 1000 Yen erwerben. Dagegen werden aber auch Preise von jenseits der 1 Million Yen für Neuzüchtungen aufgerufen, die vorab auf einer der jährlich stattfindenden Shows im Februar und März prämiert wurden. Vieles passiert hier eher im Stillen, und der große Boom nach den spektakulären erneuten Funden gefüllter Pflanzen in den 1980er Jahren liegt auch schon einige Zeit zurück.

20230303_103507
K640_20230303_103710 – Kopie

Japanische Käufer achten vor allem auf ungewöhnliche und einzigartige Farben und Formen in Blatt und Blüte. Das war und ist der Anreiz der Spezialgärtnereien und privaten Liebhaber, immer wieder neue Formen und Farbkombinationen zu züchten. 2020 konnte ich mir mit einer Gruppe interessierter und spezialisierter Liebhaber dann selbst vor Ort einen Eindruck verschaffen. Die Bilder der gezeigten Pflanzen stammen von den Shows in Tokyo (Ueno Park) und Sanyo sowie einer Sonderausstellung des Botanischen Gartens Nymphenburg, München, aus dem Jahr 2023.

Carsten Settele ist privater Sammler und Züchter von Hepaticas. Neben den einheimischen Kultivaren besteht seine Sammlung auch aus weit über 100 japanischen Sorten und vielen hundert selbst gezogenen Sämlingen. Der gelernte Bankkaufmann und Vermögensverwalter engagiert sich mittlerweile als Vorstand einer Familienstiftung. Seine Affinität zu Japan zeigt sich u.a. auch im Eigenheim, das an die japanische Holzständerbauweise angelehnt ist sowie in der umgebenden Gartengestaltung mit einem japanischen Teehaus. Die Sammlung kann nach Terminvereinbarung von ca. Mitte Februar bis Mitte März, knapp 30 Minuten südlich von München gelegen, besichtigt werden.

Kontaktaufnahme unter ►carsten.settele(at)gmx.de

Video-Mitschnitt