OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Mittwoch, 15. Februar 2012, 18:30-20:00 UhrDie Übernahme der chinesischen Kultur in Japans Altertum – Kultureller Wandel im innen – und außenpolitischen Kontext am Beispiel derYin-Yang-Lehre und des Daoismus

Das Wesen der japanischen Kultur prägt seit dem 6. Jh. eine verdichtete Übernahme chinesischen Gedankengutes und in China etablierter Einrichtungen. Die Frage, wie Japan jene Festlandskultur übernommen und sein Rechtswesen sowie die Einrichtungen seiner Regierungsgewalt sinisiert hat, steht in engem Zusammenhang mit den außenpolitischen Beziehungen zu seinen kontinentalen Nachbarn sowie anschließend inländischen Machtverhältnissen. Die geographische Lage der koreanischen Halbinsel belebte noch zusätzlich dieses Beziehungsgeflecht. Dies diente, gleichgültig ob die koreanischen Reiche von Japan als Konkurrenten wahrgenommen wurden oder als Informations- und Wissensbrücke dienten, als weiterer Quell, mit der chinesischen Kultur in Berührung zu kommen.

Fast wie im Spiegelbild lassen sich die Übernahme der Yin-Yang-Lehre sowie die Implementierung daoistischer Vorstellungen diesem Kontext gegenüber stellen. Beide Gedankengebäude, oder was jeweils als Baustein daraus für Japan Faszination besaß, sind in die Regierungszeit von Kinmei Tennō (reg. 539-571) und Suiko Tennō (reg. 593-628) zu stellen, als genau dafür Gelehrte aus Baekje (百済) in Japan wirkten. Tenmu Tennō (reg. 673-686) ging als besonders eifriger Förderer in die Geschichte ein, zumal es seine Machtstellung erlaubte, seine Vorgaben und Reformen konsequent in die politische Praxis umzusetzen. In dem Vortrag wird die Vielfalt jenes chinesischen Gedankenguts, dessen Bedeutung in Japan unter dem Ritsuryō-System kulminiert, Schritt für Schritt analysiert, insbesondere mit Blick auf den Charakter der Reformen von Tenmu Tennō.

Nana Miyata, geb. 1979 in Kanagawa, B.A. Liberal Arts an der International Christian University, Tokyo (2003); anschließend Studium der Japanologie, Religionswissenschaft und Sinologie an der Universität Bonn (Magister 2007, Dr. phil. 2011); gegenwärtig Forschungsstipendiatin der Fritz-Thyssen-Stiftung; Forschungsschwerpunkt: Japans auswärtige Beziehungen.

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