OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Mittwoch, 22. Februar 2017, 18:30-20:00 UhrDr. Nicola Liscutin: „Von innen betrachtet: Internationalisierung der BA-Ausbildung an der Universität Tokyo“

Die Veröffentlichung der Times Higher Education Rankings für asiatische Universitäten im Juni 2016 sorgte für beachtlichen Aufruhr in Japan, da die Universität Tokyo (Tōdai) demnach von ihrem traditionellen Nr. 1 Platz in Asien auf den 7. Rang gefallen war. Obgleich die Parameter solcher Rankings kritisch zu hinterfragen sind, lässt sich die mangelnde Internationalisierung – ein wesentliches Kriterium des THE Ranking – etlicher japanischer staatlicher Universitäten schwerlich beschönigen. Die Schwächen in der Internationalisierung haben vielfältige Gründe, nicht zuletzt in der unzureichenden Finanzierung japanischer Universitäten, doch als ein entscheidender Grund wird zumeist das Desinteresse japanischer Studenten, für eine Weile im Ausland zu studieren, angegeben. Nach den jährlichen Umfragen unter den Absolventen der Universität Tokyo entpuppt sich dies jedoch als kaum haltbares Vorurteil: eine große Anzahl der Tōdai Studenten will ins Ausland gehen.

In meinem Vortrag werde ich die Maßnahmen der Universität Tokyo untersuchen, auf diese Wünsche der StudentInnen einzugehen. Welche Fort- und Rückschritte und welche Probleme haben sich bis dato in den verschiedenen Anstrengungen ergeben, die an der Tōdai für eine Verstärkung der Internationalisierung unternommen werden? In diesem Zusammenhang werde ich auch von unseren Erfahrungen mit dem innovativen „internationalen“ Studiengang Global Education for Innovation and Leadership (GEfIL) berichten. GEfIL ist ein Zusatzstudiengang für Studenten aller Fachrichtungen, wird auf English unterrichtet und enthält als essentielles Element Auslandsstudien oder Praktika in den Semesterferien, die mithilfe von Drittmitteln großzügig unterstützt werden. In diesem Vortrag werde ich also etwas „aus dem Nähkästchen plaudern“, doch vor allem auch aus meiner kritischen Perspektive langjähriger Lehrerfahrung an britischen Universitäten.

Dr. Nicola Liscutin (M.A. Hamburg, PhD Cambridge) ist Japanwissenschaftlerin und seit 2013 Professorin am Center for the Development of Global Leadership Education der Universität Tokyo und GLP-GEfIL Programmdirektorin. Von 2002-2011 war sie Fachbereichsleiterin für Japanstudien am Birkbeck College, Universität London. Sie hat ferner an den Universitäten SOAS (UoL), Cambridge, Jissen Joshi-Dai, Waseda und Hitotsubashi gelehrt und war als Forscherin für 3 Jahre am DIJ (Deutsches Institut für Japanstudien) tätig.

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