Samstag, 1. November 2025, 14:30–16:30 Ulf Meyer: „Stadtspaziergang zum Werk von Isozaki Arata in Tokyo“

In Ochanomizu
Das niedrige Gebäude wurde 1925 von William Merrell Vories entworfen und später durch einen postmodernen Hochhausbau von Isozaki ergänzt. Besonders hervorzuheben ist der 1987 eröffnete Kammermusiksaal „Casals Hall“. Benannt nach dem Cellisten Pablo Casals, bietet der Saal Platz für 511 Personen, verfügt über eine Akustik von Nagata Acoustics und seit 1997 über eine von Jürgen Ahrend installierte 41-Register-Orgel.
Ursprünglich befand sich der Saal im Besitz des Shufunotomo-Verlags, 2003 ging er an die Nihon-Universiät über, die ihn 2010 schloss. Aktuell setzt sich das „Save Casals Hall Committee“ unter der Leitung der Pianistin Iwasaki Shuku und mit Unterstützung von Marta Casals Istomin, der Witwe Pablo Casals‘, für die Wiedereröffnung des Konzertsaals ein.

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Nihon Daigaku Casals Hall, 1988 von Isozaki entworfen.

In Shinjuku, Hyakuninchō
Das von Isozaki nach dem Vorbild des Globe Theatres in London entworfene Panasonic Globe Theatre wurde 1988 in Tokyo eröffnet, um Stücke von Shakespeare aufzuführen. Seither gab es dort Aufführungen u.a. des Royal National Theatre, der Royal Shakespeare Company und des Shakespeare Globe Theatre.

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Das Panasonic Globe Theatre

Im Gotenyama-Garten steht das Teehaus „Ujian“ von 1992, das sich durch ruhige Eleganz auszeichnet. Gotenyama war während der Edo-Zeit Schauplatz der Teezeremonien auf dem Shinagawa-Anwesen von Tokugawa Iemitsu. Nach der Meiji-Zeit ließen sich in dieser Gegegen wohlhabende Bürger nieder. Der Nijiri-guchi (kleine Öffnung) ist aus Edelstahl, Bänke, Lehmtür und Wände aus Titanplatten. Für die Verkleidung wählte Isozaki tausend Jahre alte Yakusugi-Zeder, für die toko-bashira Tamba-Kamelienholz und Zypresse.

Isozakai Ujian
Das Teehaus „Uji-an“ im Gotenyama-Garten

Weitere von Isozaki entworfene und in Tokyo noch existierende Gebäude, die allerdings nicht besichtigt werden können, finden Sie hier:
https://misfitsarchitecture.com/2024/01/14/the-houses-of-arata-isozaki/

Wichtig:
Die Teilnahme an dem Vortrag über Isozaki am 22. Oktober ist nicht Voraussetzung für die Teilnahme an dem Spaziergang. Informationsmaterial wird vorbereitet. Auf Wunsch kann zwischendurch eine kleine Kaffeepause eingeschaltet werden.

Leitung: Ulf Meyer
Ulf Meyer, geboren 1970 in Berlin, ist ein Dozent und Autor im Bereich Architektur und Stadt. Nach dem Studium der Architektur an der TU Berlin und am IIT in Chicago kam er zu Shigeru Ban Architects nach Tokyo. Er ist Autor des Architekturführers Tokyo (DOM Publishers, Berlin) und schreibt seit Jahren für Zeitungen wie die FAZ und die NZZ über Architektur in Japan und anderswo. Er hat an Hochschulen in den USA, Taiwan und Deutschland Architektur unterrichtet. 2025 hat er die erstmalige deutsche Übersetzung (von Nora Bierich) von Isozakis Das Japanische in der Architektur (Originaltitel: Kenchiku ni okeru »nihon teki na mono«) im Verlag EDITION AK herausgegeben.