Montag, 19. Januar 2026, 13:00 - Sonntag, 25. Januar 2026, 17:00 Marion Settekorn: „Installation A अ – UN हूँ“

A – UN अहूँ
Der Anfang aller Dinge
fragile Wesen
der Vergangenheit und der Zukunft
verletzlich und ephemer
geschützt oder nicht
vom Realen und vom Imaginären

intime Harmonie und Glücklichsein
und doch
mit gebrochener Vision des Selbst
utopische Ambitionen von Frieden
in einer beängstigenden Zeit

Am Ende
Gelassenheit und brutales Erwachen
getrennt nur durch eine dünne
Membran aus Zeit und Raum
Bewusstsein der Endlichkeit
die finale Transformation
in eine andere Welt
oder nicht

im Spiegel
kontemplieren
entscheiden
was jetzt

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अ A – der erste Buchstabe des Sanskrit-Alphabets. हूँ UN (HUM) – der Letzte.
A – der Beginn aller Dinge, der Klang der Schöpfung. UN – das Ende der Geschichte.
Dazwischen ist das Jetzt.

Der amerikanische Ausdruckstänzer und Choreograph Merce Cunningham (1919-2009) hat einmal gesagt: „What is seen, is what it is, I don’t explain, I do.“
Mein begleitendes Gedicht zur Installation will so auch nicht erklären, sondern möchte eine Tür sein, durch die man hindurchgeht, mit der eigenen Geschichte, um sie dann im Kontext des Jetzt im Spiegel neu zu erfinden. Was nun?

Marion Settekorn, Künstlerin und Akademikerin, geboren in Hagen/Westfalen, lebt in Tokyo. Studierte an der Universität der Künste Berlin, der Freien Universität Berlin, der Universität Hiroshima und an der International Christian University/Tokyo. 25 Jahre Professur für Vergleichende Kulturwissenschaften an der Universität Tenri, Nara. Parallel Dozentur an den Universitäten Waseda, Gakushuin und Keiō in Tokyo. Vielfältige Veröffentlichungen im Bereich Erziehung, Kultur und Kunst. Ausstellungen in Europa und Japan. Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Nach der Ausstellungseröffnung am Mittwoch, den 21.1.2026 um 20 Uhr bei einem kleinen Umtrunk gibt es eine etwa 15-minütige Vorführung von Noh-Spieler Kawaguchi Kōhei und Koto-Spielerin Satō Yasuko. Frau Satō wird auf ihrem 25-saitigen Koto ein selbst komponiertes Stück spielen.

Kawaguchi Kōhei wurde 1976 in Tokyo als ältester Sohn des Manga-Künstlers Kawaguchi Kaiji geboren und war schon früh vom Noh-Theater fasziniert. Während seines Studiums an der Keiō-Universität entschloss er sich, Noh-Spieler zu werden und ging dafür 2001 nach Abschluss der Universität beim 56. Umewaka Rokuro (Umewaka Minoru Rohsetsu, sog. „lebender Nationalschatz“) in die Lehre. Seit 2007 ist er selbständig. Kawaguchi wirkte bereits bei vielen berühmten Werken mit wie Okina, Shakkyō, Shōjomidare oder Dōjō-ji.

Satō Yasuko ist Absolventin der Universität Tokyo und lernt seit 1988 Ikuta-ryū Sōkyoku (Koto-Musik der Ikuta-Schule) und Jiuta Sangen (Shamisen-Musik) bei Frau Sawamura Masami und Frau Sawamura Shōkei. Seit 2005 wird sie in der 25-saitigen Koto von Frau Nosaka Eri unterrichtet. Sie engagiert sich stark für die Verbreitung der Koto in Bildungseinrichtungen, insbesondere in Förderschulen. Bislang veröffentlichte sie die beiden originalen Solo-CDs „Yasuko Satō 25-String Koto Collection – DADA“ und „Sotari“ und wirkte an zahlreichen weiteren CDs mit. Sie ist Meisterlehrerin (Shihan) der Matsunomi-kai, Mitglied der Ikuta-kai und Mitglied der Sankyoku Kyōkai sowie Dozentin an der Gakushuin Sakura Academy.

Schirmherrschaft: Deutsche Botschaft Tokyo

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Die Eröffnung der Ausstellung findet am 21.1. um 20 Uhr bei einem kleinen Umtrunk im Foyer statt. Im Anschluss gibt es eine kurze Performance von Noh und Koto-Musik.