Montag, 19. Januar 2026, 18:30–20:00 Ohgo Mahito: „Siebolds Sohn Alexander und sein Beitrag zur Öffnung Japans in der Bakumatsu-Zeit“

In diesem Monat wird Herr Ohgo Mahito, Koordinator des OAG Siebold-Seminars, einen Vortrag halten zum Thema:

„Siebolds Sohn Alexander und sein Beitrag zur Öffnung Japans in der Bakumatsu-Zeit“

Im Jahr 2026 jährt sich die Reise Siebolds zum Hofe des Shōgun zum 200. Mal. Es ist nicht sehr bekannt, dass Ph. Fr. von Siebold bei seiner zweiten Japan-Reise 1859 von seinem damals erst zwölfeinhalbjährigen Sohn Alexander begleitet wurde. Alexander blieb auch nach der Rückkehr seines Vaters 1862 in Japan und wurde mit nur 15 Jahren Dolmetscher an der englischen Botschaft. Diesen Position hatte er bis 1870 inne. Wie es dazu kam, beschreibt Alexander folgendermaßen:

„Der Gesandte [Rutherford Alcock] hatte mich übrigens dazu mitgebracht, um zuzuhören, wie übersetzt wurde, und dabei hoffte er auch, mich als seinen Dolmetscher einzuführen. Ich konnte ihm nach wenigen Redegängen schon melden, dass sehr viel Wasser in seinen Wein beim Übertragen ins Japanische geschüttet wurde, und nun galt es, den Versuch zu machen, mich ins Gefecht zu bringen. Er befürchtete nicht ohne Grund, dass die Herren Staatsräte, um das alte System beizubehalten, einfach erklären würden, sie verständen mein Japanisch nicht. Dies mußte durch eine kleine Kriegslist verhindert werden. Er brachte das Gespräch auf Taschenuhren, und da die Herren seine Uhr zu sehen wünschten, wurde ich mit der Taschenuhr auf die andere Seite geschickt, wo ich dieselbe erklärte und sich zwischen den hohen Herren und mir ein lebhaftes Gespräch entwickelte, welches schließlich zu meiner Gastrolle als Dolmetscher führte. Bei Schluß der Konferenz hatte ich bereits den armen Dolmetscher aus seiner dornenvollen Stellung verdrängt. Sehr befriedigt von meinem ersten Debut ritt ich den langen Weg hinter meinem Chef nach Hause. ― Bald wurde unser Hoflager in Edo abgebrochen, und wir zogen wieder nach Yokohama zurück.“ Ende März 1862 trat Alcock einen längeren Heimaturlaub an.

aus: Hans Körner: Die Würzburger Siebold, Eine Gelehrtenfamilie des 18. und 19. Jahrhunderts, (1967)

Der Vortraggeber wird über Alexanders achtjährige Tätigkeit im Dienste der englischen Regierung in der späten Bakumatsu-Zeit berichten.

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Alexander Freiherr von Siebold (1846–1911)
Ölporträt von unbekannter Hand nach 1877
Archiv von Brandenstein-Zeppelin, Burg Brandenstein

Die ist eine Veranstaltung in japanischer Spache.