Mittwoch, 18. März 2026, 18:30–21:30 Feier anlässlich des 153. Gründungsjubiläums der OAG mit Ausstellung, Vortrag und Musik

Das Thema „Zeiten des Rausches“ prägt nicht nur die März-Ausstellung, sondern auch die diesjährige Jubiläumsfeier der OAG.

In seinen Arbeiten beschäftigt sich der japanische Maler Niwa Yūta () mit unsichtbaren Bedrohungen, Naturkatastrophen und kollektiven Ängsten. Diese Kräfte erscheinen in seinen Bildern als ein schwer fassbares „schwarzes Etwas“, das sich über die Bildfläche ausbreitet oder als Präsenz spürbar wird. Mit Tusche, Mineralpigmenten und traditionellen Materialien knüpft Niwa an historische Maltechniken an und setzt sich zugleich mit gegenwärtigen Erfahrungen auseinander.

八紘一宴図屏風

Ein wichtiger Ausgangspunkt seiner Arbeit war die Begegnung mit dem japanischen Riesensalamander – einem urzeitlichen Lebewesen, das archaische Furcht und Ehrfurcht zugleich hervorruft. Ausgehend von dieser konkreten Form entwickelte sich Niwas Bildwelt hin zu einer Abstraktion von „Unheil“ oder „Katastrophe“ als übergeordnete, nicht kontrollierbare Energie.

Ein zentrales Thema der aktuellen Arbeiten ist das Spannungsfeld zwischen Fest und Krieg. In Zeiten permanenter Krisen suchen Menschen verstärkt nach Gemeinschaft, Ekstase und Ablenkung. Historisch betrachtet treten rauschhafte Feste jedoch häufig gerade in Phasen großer Unsicherheit oder Gewalt auf. Für Niwa sind Fest und Krieg daher keine Gegensätze, sondern unterschiedliche Erscheinungsformen derselben kollektiven Dynamik.

Gleichzeitig verweist seine Arbeit auf eine einfache Handlung: Menschen, die an einem Tisch zusammenkommen, gemeinsam essen, trinken und teilen. In dieser Form des Zusammenseins sieht er eine mögliche Gegenbewegung zum destruktiven Rausch.

大蛇宴会図屏風全体図

Nach dem Abschluss des Aufbaustudiengangs für Malerei an der Kyoto University of Art im Jahr 2019 ging Niwa Yūta zu Studienzwecken nach Peking. Anschließend lebte und arbeitete er zweieinhalb Jahre im Kōmyō-in, einem zum Tōfukuji-Tempel in Kyoto gehörenden Zen-Tempel, wo er 32 Schiebetürbilder (Fusuma-e) schuf.

Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt und ausgezeichnet, darunter die Art Collaboration Kyoto „Golden Fight of Gods“, „Chimera Epidemic“, der MIDTOWN AWARD 2021, „Namazu no Kōmyō“, das Yanbaru Art Festival Yamahara Chishin sowie der Art Award Marunouchi 2019.

https://yutaniwa.com/

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung spricht Niwa Yūta über seinen künstlerischen Werdegang, seine Arbeit im Kōmyō-in-Tempel in Kyoto sowie über die Hintergründe der ausgestellten Werke.
Der Vortrag wird konsekutiv ins Deutsche gedolmetscht.

Musikalisch begleitet wird der Abend vom Gitarristen Atsumi Yukihiro (). Mit seiner sogenannten „Japanese Guitar“ überträgt er musikalische Prinzipien klassischer japanischer Musik auf die Gitarre und entwickelt daraus neue Klangwelten. Er ist Initiator und künstlerischer Leiter des Projekts „Hōgaku 2.0“, das klassische japanische Musik mit zeitgenössischer Sensibilität und moderner Technik verbindet.Bei der Jubiläumsfeier erklingen unter anderem eine Gitarrenbearbeitung von „Kotobuki-shiki Sanbasō“, einem festlichen Stück aus dem traditionellen Puppentheater, sowie eigene Kompositionen, die sich mit Kreisläufen von Leben, Natur und Zeit beschäftigen.

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https://atsumiyukihiro.net/

Im Anschluss an den Vortrag und die Musik gibt es einen „rauschenden“ Empfang mit Büfett!
Bitte erleichtern Sie unsere Planung und melden Sie sich frühzeitig an, spätestens aber bis zum 15. März über die Webseite!

Vortrag und Musik: 18.30 bis 20.00 Uhr, Teilnahme kostenlos
Empfang mit Büfett: 20.00 Uhr bis ca. 21.30 Uhr, kostenpflichtig (s.u.)

Wie viel?
Vorverkauf (bis Sonntag, 15. März, Bezahlung am 18. März möglich): Mitglieder: ¥2.500 / Nicht-Mitglieder: ¥3.000 Yen / Studierende: ¥1.500
Abendkasse: Mitglieder: ¥3.000 / Nicht-Mitglieder: ¥3.500 Yen / Studierende: ¥2.000