Mittwoch, 8. Oktober 2025, 18:30–20:00 Vortrag: „Okonomiyaki, ein Riesenkalmar und das Copyright: Künstlerbücher von Veronika Schäpers“

Die raffinierten Textinszenierungen von Veronika Schäpers lassen sich weder als illustrierte, noch als typographische Bücher einordnen, sondern sich wohl am besten als visuelle Gestaltungen charakterisieren. In ihren Arbeiten verwischen Grenzen, auch bei den Buchformen schöpft Schäpers aus einer großen Bandbreite, von der klassischen Codexform über die Buchrolle, das Leporello bis hin zum Objekt. Aber selbst ihre Arbeiten, die dem Codex verhaftet bleiben, überschreiten fließend die Grenzen zum Objekt. Immer gehören delikate Einbände, die Schäpers als versierte Buchbinderin selbst fertigt, zum Gesamtkunstwerk.

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Durs Grünbein: 26°57,3’N, 142°16,8’E
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Yoko Tawada: Jin-shin Jiko //

In ihrem Vortrag erläutert Veronika Schäpers den Entstehungsprozess ihrer Bücher anhand einiger ausgewählter Beispiele. Ihre Arbeiten sind immer textbasiert, oft in Kooperation mit Schriftstellern wie Durs Grünbein oder Yoko Tawada, und gründen häufig auf subtilen Beobachtungen scheinbar alltäglicher Phänomene.
Eindrücke aus Japan schlagen sich eindrucksvoll in ihrem gesamten künstlerischen Schaffen nieder, mittelbar und unmittelbar, und lassen sie zur Grenzgängerin zwischen den Kulturen werden.

Veronika Schäpers ist freischaffende Künstlerin und lebt und arbeitet in Karlsruhe.
Nach einer Ausbildung zur Buchbinderin studierte sie von 1991–1996 Malerei mit Schwerpunkt Buch an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle/Saale. 1997 ging sie mit einem Stipendium der NCDG nach Tokyo und arbeitete neun Monate in der Papierwerkstatt von Sakamoto Naoaki / Paper Nao. Seit 1998 entstehen im eigenen Atelier mindestens zwei Projekte von Künstlerbüchern pro Jahr, bis 2012 in Tokyo, anschließend in Berlin und seit 2014 in Karlsruhe.

Sie hält Vorträge und hat Ausstellungen in Europa, USA, Südafrika, und Japan; ihre Bücher wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Staatspreis Nordrhein-Westfalen, und befinden sich in zahlreichen internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen wie dem Metropolitan Museum of Art, der Library of Congress, der Bodleian Library oder dem Urawa Art Museum.

Veronika Schäpers wird ihren Vortrag in den Räumen der OAG halten und anschließend einige ihrer Arbeiten vor Ort präsentieren.

www.veronikaschaepers.net

Video-Mitschnitt

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