OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Montag, 21. Oktober 2013, 18:30-20:00 UhrProf. hon. Dr. Osawa Masumi: „Chemische Experimente in der Edo-Zeit.Analyse von Heißwasserquellen durch Ph. Fr. v. Siebold, Assistent Bürger und Yōan Udagawa“

Das Siebold-Seminar ist eine Veranstaltung in japanischer Sprache zum Wirken Philipp Franz von Siebolds, die sich sowohl an Forscher als auch an interessierte Laien richtet. Auch in diesem Jahr tragen verschiedene Referenten aus ihren aktuellen Arbeiten vor. Durch den besonderen geschichtlichen und sprachlichen Hintergrund und den Reichtum an Primärquellen biete sich das Seminar auch als Japanischkurs für Fortgeschrittene an.

In diesem Monat wird Herr Prof. hon. Dr. Osawa Masumi, Tokyo Gakugei-Universität, in der Reihe „Siebolds Mitarbeiter und Schüler“ einen Vortrag halten zum Thema:

„Chemische Experimente in der Edo-Zeit.
Analyse von Heißwasserquellen durch Ph. Fr. v. Siebold, Assistent Bürger und Yōan Udagawa“

Mit seiner Ankunft in Nagasaki 1823 führte Siebold systematisch die neuesten praktischen Experimente in Medizin und verschiedenen Gebieten der Naturwissenschaften ein. Es ist bekannt, dass er die chemisch-analytische Methode von Heißwasserquellen mit seinem Assistenten Bürger und seinem Schüler Yōan Udagawa (1798-1846) in Japan begründete.

Udagawa war in der Lage, den deutschen Text eines botanischen Buches, das ihm von Siebold geschenkt worden war, ins Japanische zu übersetzen (Shokugaku Keigen, 1833). Udagawa ist auch bekannt als der erste Herausgeber eines einführenden Werkes in die Chemie (Seimi Kaisō) in Japan.

Prof. Osawa wird, neben Erläuterung der damaligen wissenschaftlichen Methodik, auch das Augenmerk auf Siebolds Aufbau eines bemerkenswerten Personennetzwerks in Japan lenken. Alle Sammlungen von Flora und Fauna, Mineralien, ethnographischen Gegenständen, Büchern etc. verraten akribisch jede Quelle, Schenker und „Mitbringer“.