OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Oskar Loew

Prof. Dr. Oskar Loew (1844–1941) war Landwitschaftschemiker und wirkte in Deutschland, USA und Japan. Nach einer Lehre in der väterlichen Apotheke besuchte er ab 1863 die Universität München und studierte Chemie und Pflanzenphysiologie. Von 1867 bis 1871 war er Assistent der Physiologie und Chemie am City College von New York, USA. Von 1872 bis 1876 gehörte er zur George Montague Wheeler-Forschungsgruppe und nahm an vier Expeditionen teil, um die USA westlich des 100. Meridians zu erforschen. Nach Europa zurückgekehrt, promovierte er 1877. Im selben Jahr wurde er Assistent am pflanzenphysiologischen Institut Nägelis. Ab 1886 lehrte er auch als Privatdozent an der Universität München. 1893 folgte er einem Ruf der Universität Tokyo als ordentlicher Professor für Agrikulturchemie, wo er bis 1898 blieb. Nach Beendigung seines Vertrages wurde er von 1898 bis 1900 als Experte für chemische Pflanzenphysiologie im amerikanischen Ministerium für Landwirtschaft in Washington angestellt. Von 1901 bis 1907 lehrte er wiederum an der Universität von Tokyo. Er war maßgeblich an der Gründung einer Versuchsstation für Agrikulturchemie und Kulturpflanzenanbau beteiligt und er wurde von Max Lehmann assistiert. Während seiner zweiten Amtszeit in Japan wurde er 1903 Ehrenmitglied der Chemischen und Landwirtschaftlichen Gesellschaft zu Tokyo. Im August 1907 verließ Oskar Loew Japan und wurde danach vom US-Ministerium für Landwirtschaft in die Leitung der pflanzenphysiologischen Abteilung der neu gegründeten landwirtschaftlichen Versuchsstation Mayaguez auf der Insel Puerto Rico berufen. In den Tropen arbeitete Löw in den Jahren 1907, 1909 und 1912. Von 1913 an vertrat er das Fachgebiet chemische Pflanzenphysiologie an der Universität München, ab 1914 als Honorarprofessor. 1923 nahm er eine Gastprofessur an der Universität Madrid wahr, anschließend weilte er bis 1926 zur Erledigung eines Forschungsauftrages in Brasilien. Von 1927 bis 1941 arbeitete er an einem Forschungsauftrag der Firma J. A. Wülfing in Berlin, die das von ihm zusammen mit Rudolf Emmerich entwickelte Kalkpräparat „Kalzan“ herstellte.