OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Friedrich Karl Wilhelm Dönitz

Friedrich Karl Wilhelm Dönitz (1838-1912) war ein deutscher Mediziner, Zoologe und Entomologe, der auch in Japan einen bedeutsamen Beitrag zur Modernisierung der Medizin leistete. Während seines Japanaufenthalts (1873-1886) lehrte er Anatomie an der Medizinischen Akademie Tokyo (Dai ichi daigaku igakkō, heute Fakultät für Medizin der Universität Tokyo). Sektionen wurden bis dato kaum durchgeführt, weshalb Dönitz regelmäßige Instruktionen in Anatomie und Pathologischer Anatomie einführte. Dönitzens Instruktionen gingen in das landesweit genutzte Anatomiebuch Kaibō-ranyō ein, das einer seiner Studenten, Taguchi Kazuyoshi, 1877 publizierte. Dönitz baute zugleich die polizeimedizinische Schule in Tokyo auf und war – zunächst nebenamtlich, später hauptamtlich – der einzige Gerichtsmediziner dort. Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung wurden wegen Differenzen hinsichtlich der Entlohnung abgebrochen. Dönitz ging hierauf an die Medizin-Schule in Nagasaki. 1879 nahm er nach einem Heimaturlaub eine Stelle an der Medizinschule Saga an. Hier widmete er sich besonders hygienischen Aufgaben und führte auch Operationen durch. Während der Jahre in Japan beschäftigte sich Dönitz intensiv mit Tausendfüßern (Myriapoda), Spinnen (Arachnida) und Muscheln (Bivalvia) und legte eine umfangreiche Sammlung an, die später in den Besitz der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft überging.