OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Montag, 16. Januar 2017, 10:00 - Sonntag, 22. Januar 2017, 17:00 UhrJens Rausch und Llaura Sünner: „Durchforsten“

Die Ausstellung „Durchforsten“ der deutschen Künstler Llaura I. Sünner und Jens Rausch wird vom 16. bis 22. Januar in der OAG gezeigt. Wie der Titel andeutet, beschäftigt sich die Ausstellung mit dem Thema Wald, dem sich die Künstler in unterschiedlicher Art nähern. In Form von schwarz-weiß Gemälden und Filzskulpturen untersuchen die beiden Künstler das Sujet.
Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 20 Uhr, am Sonntag bis 17 Uhr geöffnet.

Bereits zum zweiten Mal stellen Llaura I. Sünner und Jens Rausch gemeinsam aus. Beide Künstler haben internationale Erfahrung. In Japan stellen sie jeweils zum zweiten Mal aus. Der für die Ausstellung geschaffene Werkkomplex wird jedoch erstmals gezeigt. Die Ausstellung wird kuratiert von Renato A. Pirotta.

Objekte und Installationen von Llaura I. Sünner befassen sich mit der Vieldeutigkeit der Form. Ihre Ideen setzen bei Gegenständen des Alltags an. Indem sie die Proportionen verändert, fragmentiert oder die Objekte in einen neuen Bezug zur Umgebung setzt, transportiert sie diese in eine absurde Perspektive und hinterfragt so die Realität. Dank des von ihr verwendeten Materials Filz, eines Stoffes, der durch seine chaotische Faserstruktur und seine matte Farbigkeit der Formgebung wenig Widerstand entgegensetzt, gelingt es L. I. Sünner, die Erscheinungsweise der Formen vielfältig zu variieren.

Llaura Sünner: „Kettensäge“, Filz 27 x 75 x 27cm
Llaura Sünner: „Kettensäge“, Filz 27 x 75 x 27cm

Jens Rausch setzt sich in seinem Schaffen intensiv mit der Erfahrung von Zeit und Raum auseinander. Raum für seine neue Werkserie ist der Forst, in dem er seine Werke als Freilichtstudien schafft. Er jagt während der Arbeit im Wald dem ständigen Schattenwechsel hinterher. Auf diese Art und Weise entstehen Waldszenen anhand gezeichneter Konturen, die stereotyp zeichnerisch-malerisch angelegt sind. Es erwächst eine plastische Formensprache, die das Papier in seiner Materialität sichtbar macht und gleichzeitig das Motiv beinahe mimetisch begleitet.

Jens Rausch: „Waldabschnitt V“ (Detail), Öl auf Papier, 130 x 200 cm, 2016
Jens Rausch: „Waldabschnitt V“ (Detail), Öl auf Papier, 130 x 200 cm, 2016

Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten können als Charakterstudien verstanden werden. Beide Künstler geben in unterschiedlichen Materialien wieder, wie sie Wald erfahren haben. Jeder Waldabschnitt scheint seinen ganz eigenen Charakter zu haben – dennoch wirkt alles wie eine Einheit und wird homogen miteinander wirken. Dabei geht es ihnen weniger um das Offensichtliche als das Verinnerlichte. Llaura I. Sünner hat Werkzeuge zur Waldbewirtschaftung in weiches Filzmaterial übersetzt und offenbart durch die Wegnahme des eigentlichen Wesenskerns eine absurd und auch infrage stellende Betrachtungsweise der Dinge. Ebenso materiell eigenwillig nutzte Jens Rausch Prozessmaterial wie Ruß und Papier, um damit „Waldstücke“ wieder von Neuem entstehen zu lassen. Die Arbeiten nehmen dabei durch ihre reine Präsens im Ausstellungskontext scheinbar untrennbar inhaltlichen Bezug.

Llaura I. Sünner wurde 1959 in Winningen / Südwestdeutschland geboren und studierte Kunst und Handwerk in Hanau. Ihre Arbeiten wurden in mehreren Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Einige ihrer Arbeiten wurden in öffentlichen Räumen in Hamburg, Berlin, Dresden, Köln und Wiesbaden, auch im Ausland in Thessaloniki / Griechenland, Zürich / Schweiz, New York / USA und Tokyo, ausgestellt.

Jens Rausch wurde 1976 in Fulda / Hessen geboren. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Er hat in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Georgien, Niederlanden, Mexiko und Japan ausgestellt. Er wurde für den Wesselinger Kunstpreis 2015 nominiert und nahm an Künstler in Residenzprogrammen in Island und der Schweiz teil.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft in Tokio und wird am 18. Januar um 20 Uhr bei einem kleinen Umtrunk eröffnet. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet.

Weitere Informationen zu den Künstlern finden Sie hier:
jensrausch.de
llaurasuenner.de

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