OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

Freitag, 23. September 2011, 09:00 - Montag, 21. November 2011, 09:00 UhrAufschlagen – Deutsche Spuren in Hakone (Ausstellung von Katrin Paul)

Die Fotografin und Objektkünstlerin Katrin Paul, seit 2010 in Frankfurt/Main, hat 13 Jahre in Tokyo und Osaka gelebt. Anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Freundschaft Deutschland-Japan“ präsentiert sie eine Ausstellung im Feriengebiet Hakone, das für Deutsche in Japan schon lange als Erholungsort und Ausflugsziel bekannt ist. Weniger bekannt sind die Schicksale der Deutschen, die in Hakone Zuflucht suchten: Botschafter und Kapitäne gehören dazu, aber auch kleine Leute, Menschen, die heute vergessen sind. Ihre Spuren finden sich unter Glas, auf Papier, auf Leinwand und auf Stein.

Katrin Paul wurde bei ihrer Spurensuche in Hakone zu ganz neuen Werkstoffen der Erinnerung angeregt. Es sind Materialien, die zunächst vom dramatischen Beginn eines Hakone-Aufenthalts erzählen: Nach der verheerenden Explosion eines deutschen Kriegsschiffes im Hafen von Yokohama Ende 1942 wurden die überlebenden Matrosen nach Hakone evakuiert. Was bewirkt ein solches traumatisches Erlebnis? Wie gestaltet sich die unfreiwillige Ankunft, das „Aufschlagen“ in fremder Umgebung? Und welche Entwicklung nimmt man, wenn man danach fast vier Jahre dort verbringt, arbeitet, sich entspannt und vergnügt?

Katrin Paul hat diese Fragen aufgegriffen, hat bewusst abgesehen von der politischen Dimension des damaligen Kriegsgeschehens und eine Verbindungslinie gezogen von den geretteten Matrosen zu ihrer eigenen aktuellen Situation, dem „Aufschlagen“ in einem fremd gewordenen Deutschland. Sie präsentiert Installationen und Fotografien, die die Ereignisse um die Hakone-Residenten nachzeichnen und zugleich ästhetisch aufheben: zarte Explosionslandschaften, schillernde Luftgespinste, Schwefel- und Flammenspuren, lautlos platzende Zusammenstöße.

Exkursion: Am 29.10. bietet die OAG eine Exkursion nach Hakone und eine geführte Besichtigung der Ausstellung an. Wer möchte, kann den Ausflug um einen Tag verlängern und im traditionsreichen Fujiya-Hotel übernachten.