OAG – Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (Tokyo)

OAG Taschenbuch Nr. 088 Margaret Mehl Japanisch – Sprache des Teufels?

89 Seiten
Deutsch
Iudicium Verlag GmbH München
2008
7€

Vorwort zum Buch
Die Idee zu diesem Büchlein kam mir, als ich mich in meinem vierzigsten Lebensjahr in der Lage fand, wieder einmal Vokabeln und Grammatik pauken zu müssen. Ich war nach Dänemark gezogen, um eine Stelle als Assistenzprofessor an der Universität Kopenhagen anzutreten und wollte so schnell wie möglich die Landessprache beherrschen. Nun ist Dänisch für eine Deutsche wesentlich leichter zu lernen als Japanisch, weil die Sprache mit der deutschen nah verwandt ist und gerade der Wortschatz der Wissenschaftssprache zu großen Teilen aus dem Deutschen stammt. Aber dennoch war es eine Herausforderung, zumal Sprachenlernen mit zunehmendem Alter nicht gerade leichter wird.
Bei der Suche nach geeignetem Lehrmaterial vermisste ich besonders eine Art von Lernhilfe. Ich hätte mir gerne einen Überblick über die Sprache insgesamt verschafft, und zwar nicht aus der Sicht eines Linguisten, sondern nach rein praktischen Gesichtspunkten, vielleicht mit etwas kulturellem Hintergrundwissen, und wenn möglich auf unterhaltsame Art. Lehrbücher präsentieren die Sprache häppchenweise, was ja pädagogisch auch sinnvoll ist; allenfalls gibt es ein Einführungskapitel mit einer Zusammenfassung der wichtigsten grammatischen Merkmale.
Aber ich wollte eine Antwort auf Fragen wie: Worauf habe ich mich hier überhaupt eingelassen? Was sind die Hauptmerkmale der dänischen Sprache? Was sind die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen dem Dänischen und dem Deutschen; sagen diese Unterschiede vielleicht auch etwas über die unterschiedliche Art der Deutschen und der Dänen aus, über die Welt zu denken und mit dem Leben umzugehen? Spiegeln sich in den Sprachen auch die Beziehungen zwischen den beiden Völkern wider und wie? Worauf sollte ich beim Studium der Sprache besonders achten – nicht nur im Bezug auf Vokabeln und Grammatik, sondern auch auf das, was die Linguisten „Pragmatik“ nennen, das heißt, welche sprachlichen Ausdrücke man in einer bestimmten Situation auswählt, also was man überhaupt sagt – oder verschweigt?
Glücklicherweise fand ich bei einem kleinen deutschen Verlag, der eine Serie teils über deutsche Dialekte und teils über die Sprachen unserer Nachbarländer herausgegeben hat, ein Büchlein, das wenigstens einige meiner Fragen beantwortete. Während ich das Buch mit einigem Vergnügen las, kam mir die Idee, ein ähnliches Büchlein über die japanische Sprache zu schreiben. Wenn wir schon bei unseren Nachbarn (ganz zu schweigen von unseren Landsleuten) manchmal Schwierigkeiten mit der „interkulturellen Kommunikation“ haben, wie viel mehr dann erst bei einem Volk, dessen Sprache und Kultur so ganz anders sind!
So begann ich, einige Kapitel über die japanische Sprache zu schreiben, und das Ergebnis ist dieses Büchlein. Es ist vor allem für Leute gedacht, die gerade angefangen haben, Japanisch zu lernen und noch genauer wissen wollen, worauf sie sich da eingelassen haben sowie für Leute, die noch überlegen, ob sie sich die Mühe, diese Sprache zu erlernen, überhaupt machen sollen. Ihnen hoffe ich, eine unterhaltsame und informative Lektüre verfasst zu haben.

Kopenhagen, im April 2007 Margaret Mehl

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